Kommission verzichtet auf Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung, aber Forschung an embryonalen Stammzellen ohne Stichtag möglich

„Schritt in die richtige Richtung, aber Probleme noch nicht gelöst“

Die Europäische Kommission verzichtet vorerst auf eine Förderung der umstrittenen Herstellung von embryonalen Stammzellen. Entgegen früheren Ankündigungen erklärte Forschungskommissar Busquin heute gegenüber dem Kollegium der Kommissare, dass er bis zu einer Entscheidung des Ministerrats in dieser Frage keine Projekte vorschlagen wird, die die Gewinnung von embryonalen Stammzellen aus sogenannten überzähligen Embryonen beinhalten, da diese Frage ethisch kontrovers sei. Allerdings werde die Forschung mit menschlichen Embryonen und mit menschlichen embryonalen Stammzellen von der Kommission unterstützt. D.h. dass die Forschung an Embryonen möglich ist, wenn sie nicht der Gewinnung von Stammzellen dient und dass die Forschung an embryonalen Stammzellen auch ohne Stichtagsdatum möglich ist.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-ED), Dr. Peter Liese, bezeichnete die Erklärung der Kommission als einen Schritt in die richtige Richtung. „Endlich hat die Kommission anerkannt, dass die Gewinnung von embryonalen Stammzellen ein ethisches Problem ist, weil Embryonen zerstört werden und dass man in diesem Bereich auf die Bedenken, die in vielen Mitgliedsstaaten zu einem gesetzlichen Verbot geführt haben, Rücksicht nehmen muss. Allerdings bleiben noch einige Fragen offen.

Wenn die Kommission für die Forschung an embryonalen Stammzellen kein Stichtagsdatum festlegt, so besteht die Gefahr der Doppelmoral. Mit privaten oder nationalen Geldern werden Embryonen zerstört, deren Zellen dann anschließend im EU-Programm genutzt werden können. Dadurch entsteht ein indirekter Anreiz, weiterhin Embryonen zu zerstören. Außerdem ist nicht klar, was die Kommission meint, wenn sie sagt, dass an Embryonen ansonsten geforscht werden sollte. Falls es nur um beobachtende, nicht-zerstörende Forschung geht, ist dagegen nichts einzuwenden. Falls es aber um Forschung z.B. im Bereich der Präimplantationsdiagnostik geht, wäre dies sehr problematisch.“

Liese forderte erneut, die Anstrengung sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union auf die Forschung mit adulten Stammzellen zu konzentrieren. Die therapeutischen Erfolge für die Patienten seien hier schon vorhanden, während bei embryonalen Stammzellen immer nur über mögliche Erfolge gesprochen wird.

Weitersagen:
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • email
  • Y!GG
  • Folkd
  • TwitThis
  • Facebook
  • MySpace
  • Infopirat
  • Webnews
  • Wikio DE
  • Google Bookmarks
  • YahooMyWeb
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Live-MSN
  • Technorati
  • del.icio.us
  • Bloglines
  • Ask

Schlagworte: Adulte Stammzellen, embryonale Stammzellen, Präimplantationsdiagnostik