Europäische Kommission legt Vorschlag zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern vor
Peter Liese kann auf einen wichtigen Erfolg bei seiner Arbeit im Europäischen Parlament verweisen. Nach jahrelangem Drängen von Peter Liese und anderen Europaabgeordneten hat die Europäische Kommission Ende September endlich einen Vorschlag zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern vorgelegt. Bisher sind viele Medikamente nur für Erwachsene zugelassen und nur bei Erwachsenen weiß man, welche Wirkung und Nebenwirkungen sie genau haben und dies obwohl sie auch für Kinder lebensrettend sein könnten.
Der Grund für diesen Missstand liegt hauptsächlich darin, das aufgrund der geringen Fallzahlen, es für die pharmazeutische Industrie nicht interessant ist, Medikamente auf ihre Wirksamkeit an Kindern zu testen. In den USA wurde daher schon vor vielen Jahren auf Initiative der Präsidenten Bill Clinton und später Georg W. Bush eine spezielle Gesetzgebung erlassen. Diese ist auch das Vorbild für die neue Initiative der Europäische Kommission.
Die pharmazeutische Industrie soll bei der Entwicklung von Medikamenten gezwungen werden, auch die möglichen Wirkungen bei Kindern zu erforschen. Um bei Medikamenten die schon auf dem Markt sind ebenfalls die Wirkung für Kinder in den Blick zu nehmen, schlägt die Kommission ein Anreizsystem vor.
Peter Liese, der das Problem aus seiner Arbeit in der Kinderklinik in Paderborn sehr gut kennt, begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission. „Leider hat es viel zu lange gedauert, bis dieser Vorschlag vorgelegt wurde. Schon im Jahr 2000 habe ich das Problem bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament mit Experten aus allen Fachrichtungen beleuchtet und die Kommission zum Handeln aufgefordert.
Leider kommt der Vorschlag erst jetzt, aber besser spät als nie. Dieses Thema ist auch ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit gemeinsamen europäischen Handelns. Ein nationaler Markt allein wäre zu klein für eine solche Initiative. Nur durch den gemeinsamen europäischen Markt können wir das Problem lösen“, so Liese.
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