Rumänien und Großbritannien planen Handel mit menschlichen Eizellen

Bezahlung von mehr als halbem Jahreseinkommen vorgeschlagen

Rumänien und Großbritannien planen, einen Handel mit menschlichen Eizellen einzuführen. Dies geht aus einer Meldung der BBC hervor. Es heißt, dass eine einzige Klinik in Bukarest genauso viele Eizell-Spenderinnen hat wie alle Kliniken in Großbritannien zusammen. Aufgrund der Knappheit an weiblichen Eizellen (zum Zweck der künstlichen Befruchtung und ggf. auch zur Herstellung von Embryonen durch Klonen für Forschungszwecke) überlegt die britische Regierung, eine finanzielle Erstattung von tausend Pfund (1437,71 €) für Frauen, die ihre Eier spenden, einzuführen. Dies würde für rumänische Frauen mehr als die Hälfte eines Jahreseinkommens bedeuten.

Mit Entsetzen reagierte der CDU-Europaabgeordnete und Arzt Peter Liese auf entsprechende Berichte. Das Europäische Parlament hat Ende 2003 gemeinsam mit dem Ministerrat eine Richtlinie über den Umgang mit Zellen und Geweben verabschiedet, die den Mitgliedstaaten die Verpflichtung auferlegt, den Handel mit unveränderten menschlichen Zellen und Geweben zu verhindern. „Die britische Regierung tut das Gegenteil, wenn sie jetzt durch eine Bezahlung von tausend Pfund unterstützend mitwirkt. Die Richtlinie muss bis spätestens April 2006 in nationales Recht umgesetzt werden“. Außerdem stellt das Handeln der Briten nach Ansicht Lieses einen Verstoß gegen die neue europäische Verfassung dar, die die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers und seiner Teile als solches verbietet.

EU – Ratspräsidentschaft will „sofort reagieren“

Liese richtete in einer Sitzung des für Gesundheitsfragen zuständigen EP-Ausschusses einen dringenden Appell an den luxemburgischen Ratspräsidenten Mars di Bartholomeo. Bartholomeo versicherte, dass er Lieses Auffassung, dass die Pläne Großbritanniens einen Verstoß gegen europäisches Recht darstellen, teile und das man „sofort reagieren“ müsse. „Die Pläne der britischen Regierung sollten eine Warnung an all diejenigen auch in Deutschland sein, die den Umgang der Briten mit ethischen Fragen im Bereich der Reproduktionsmedizin als vorbildlich ansehen. Ich bin sicher, dass diese Pläne nur der Anfang sind, wenn wir

nicht energisch einschreiten und die Menschenwürde vor kommerzielle und reine Forschungsinteressen stellen“, so Liese abschließend, der die Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion des Europäischen Parlaments (EVP-ED) leitet.

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Schlagworte: Eizellen, Ethik, Forschung, Gen- und Biotechnologie, Genetik, Gesundheit, Handel, Medizin, Stammzellen, Stammzellenforschung