Linke im Europäischen Parlament und EU-Kommission wollen "Nimm-2"- Bonbon verbieten

Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze

Im vergangenen Jahr verunsicherten einige sozialdemokratische Europaabgeordnete Eltern und Kinder, als sie ein Verbot der beliebten Überraschungs-Eier forderten. Nun haben es ähnliche Kräfte auf die beliebten „Nimm-2″-Bonbons inklusive der „Nimm-2″-Lachgummis abgesehen.Mitarbeiter der westfälischen Herstellerfirma Storck fürchten daher um ihre Arbeitsplätze. In einem Brief schildern sie ihre Sorgen. „Nimm-2-Bonbons wird es in Europa nicht mehr geben, wenn die Nährwertprofile in Artikel 4 der Health- claims-Verordnung in Kraft treten. Bei uns sind ca. 200 Mitarbeiter mit der Produktion von Nimm-2 und Nimm-2-Lachgummi beschäftigt. Wir fürchten um diese Arbeitsplätze“, schreibt die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Angelika Kampmann.

Die Sorgen sind tatsächlich berechtigt. Auch wenn es sich wie ein Aprilscherz anhört, die Gefahr für die Nimm-2-Bonbons ist ernster als die Gefahr für das Überraschungs-Ei vor einem Jahr. Die Europäische Kommission hat in der Verordnung über die gesundheits- und nährwertsbezogenen Angaben über Lebensmittel vom 16.07.2003 vorgeschlagen, so genannte ‚Nährwertprofile‘ einzuführen. Nahrungsmittel die den Nährwertprofilen nicht entsprechen, dürfen grundsätzlich nicht mehr mit positiven gesundheitsbezogenen Aussagen werben, d.h. wenn ein Bonbon zu viel Zucker enthält, darf man nicht damit werben, dass es Vitamine enthält.

Natürlich ist es falsch zu glauben, dass man mit Nimm-2-Bonbons eine ausgewogene Ernährung, z.B. mit Obst und Gemüse, ersetzen kann, aber erstens gibt es Situationen, in denen man kein frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen kann und zweitens haben Kinder immer genascht, auch als es noch kein Nimm-2 gab, und daher sollte man den Eltern die Entscheidung überlassen, ob sie ihren Kindern Nimm-2 Bonbons, andere Bonbons oder gar keine Bonbons geben. Die Europäische Kommission und das Europäische Parlament sollten dies nicht entscheiden.

Mehrheit des Europäischen Parlaments voraussichtlich dagegen

Trotzdem ist die Frage im Europäischen Parlament hart umstritten. Der federführende Ausschuss für Umwelt und Gesundheit hat ebenso wie die mitberatenden Ausschüsse die Streichung der so genannten Nährwertprofile und damit die Erhaltung von Süßigkeiten wie Nimm-2 gefordert, aber die Abstimmung war jeweils sehr knapp. In der kommenden Woche entscheidet das Plenum des Europäischen Parlaments.

Die Storck-Mitarbeiter schreiben, „Wir halten es für unverantwortlich, Arbeitsplätze zu vernichten, obwohl von unseren Produkten keine Gefahr für Verbraucher ausgeht“. Da kann ich nur zustimmen. Ich hoffe auf eine Mehrheit im Sinne der Arbeitsplätze.

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Schlagworte: Health- claims-Verordnung, Nährwertprofile, Nimm-2-Bonbons, Überraschungs-Eier