Vorteile von Sonne, Biomasse und Erdwärme
Die Förderung der erneuerbaren Energien im Heizungsbereich bietet große Chancen für Südwestfalen. Wenn wir Öl und Gas nutzen, geht ein Großteil des Geldes zu den Ölscheichs und nach Russland. Wenn wir Sonne, Biomasse und Erdwärme nutzen, bleibt fast die gesamte Wertschöpfung in Deutschland und ein großer Teil in der Region.
Besonders die Nutzung von Holz als nachwachsenden Rohstoff. In diesem Bereich ist Südwestfalen führend gegenüber anderen Regionen Deutschlands, aber im Vergleich zu Österreich und Skandinavien haben wir noch Nachholbedarf. In den Wäldern Südwestfalens wächst doppelt soviel Holz nach wie verbraucht wird, dies können wir zur Energieerzeugung nutzen.
An dem Gespräch in Siegen nahm auch der Geschäftsführer des Bundesindustrieverbandes Heizungs-, Klima- und Umwelttechnik (BDH), Herr Andreas Lücke, teil. Der BDH hat vor kurzem ein Thesenpapier erarbeitet in dem er fordert, den Anteil der Heizungsanlagen, die mit erneuerbaren Energien arbeiten, von jetzt 8 %, in den nächsten 10 Jahren, auf 80 % zu steigern. Dabei setzt der BDH auf Heizungen auf Holzbasis, z.B. mit Holzpellets aber auch auf Solarkollektoren zur Unterstützung der Heizung und auf Erdwärme.
Wir sind uns dabei einig, dass das Heizen mit erneuerbaren Energien mehr politische Unterstützung erfahren muss. Während im Bereich der Stromerzeugung die erneuerbaren Energien in den letzten Jahren starke politische Unterstützung bekommen haben, und dadurch erhebliche Kosten auf die Verbraucher zugekommen sind, ist der Wärmemarkt zu kurz gekommen und das, obwohl die Potentiale hier größer und die Kosten wesentlich geringer sind.
Wenn wir in Zukunft Klimaschutzziele stärker im Wärmesektor realisieren, ist dies besonders kosteneffizient. Es besteht zum Beispiel Einigkeit darüber, dass mit einem Euro Fördermittel, der in Anlagen zu Nutzung von Wärme aus Sonne investiert wird, wesentlich mehr konventionelle Rohstoffe und CO2 eingespart werden, als wenn mit diesem Euro die Herstellung von Strom aus Sonne (Photovoltaik) gefördert wird (in wissenschaftlichen Kreisen wird das Verhältnis auf bis zu 1:45 beziffert – Quelle: Institut für rationelle Energienutzung, Universität Stuttgart). Trotzdem wird Photovoltaik in Deutschland z.B. mit über 50 Eurocent pro kWh gefördert, während die Herstellung von Wärme aus Sonne ein Schattendasein führt. Ähnlich sieht es im Bereich der Biomasse aus.
Neue Regierung in Berlin soll europäische Richtlinie unterstützen
Gemeinsam mit dem BDH sprechen wir uns für eine europäische Initiative zur Nutzung von Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien aus. Das Europäische Parlament schon eine entsprechende Forderung an die Europäische Kommission gerichtet. Für Ende des Monats wird ein politisches Strategiepapier der Kommission zu dem Thema erwartet.
Wir erhoffen uns auch von der neuen Bundesregierung in Berlin eine Unterstützung des Sektors. Erste Vereinbarungen hat es bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD schon gegeben.
Schlagworte: Biomasse, Erdwärme, Heizung, Holz, nachwachsender Rohstoff, Sonne




















