Gasstreit soll Thema im Europäischen Parlament werden

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und Förderung erneuerbarer Energien nicht Alternativen sondern beides Notwendigkeiten

Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine soll Thema im Europäischen Parlament werden. Die größte Fraktion der europäischen Volksvertretung, die Christdemokraten, beschloss bei ihrer Fraktionssitzung am Mittwoch, einen entsprechenden Antrag zur Erweiterung der Tagesordnung für die nächste Plenarwoche in Straßburg zu stellen.Die Initiative zu einer solchen Debatte mit anschließender Resolution ist vor allem von Fraktionsmitgliedern aus Polen und den Baltischen Staaten unterstützt worden. In diesem Zusammenhang ist die Tätigkeit von Ex-Bundeskanzler Schröder für das deutsch-russische Gaskonsortium von den nichtdeutschen Fraktionskollegen massiv kritisiert worden.

Angesichts der in Deutschland stattfindenden Diskussion über die Folgen des Gasstreits für die deutsche Energiepolitik müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden.

Der Gasstreit hat einmal mehr deutlich gemacht, dass wir für die Zukunft unserer Energieversorgung nicht vor allem auf Gas und Öl setzen können.

Die Versorgungssicherheit ist nicht wirklich gegeben, die Kosten werden in den nächsten Jahren weiter steigen und die Belastung für das Klima ist auch bei Gas auf Dauer nicht zu vernachlässigen, daher müssen wir alle zur Verfügung stehenden Alternativen nutzen. Ich bedaure daher, dass die SPD bisher nicht zu der Einsicht bereit war, dass man die relativ sicheren deutschen Kernkraftwerke länger als vereinbart laufen lassen muss. Ich bedaure allerdings auch, dass Teile der CDU/CSU einseitig auf Kernenergie setzen und das Potential der erneuerbaren Energien so gering einschätzen.

Gerade im Heizungssektor, der besonders von Gas und Öl abhängig ist, können wir mehr tun, als bisher. Aus ideologischen Gründen hat z.B. der frühere Umweltminister Jürgen Trittin die Wärmepumpentechnologie nicht gefördert, obwohl sich hier sehr viele fossile Brennstoffe und sehr viel CO2 mit relativ geringen Mitteln einsparen lassen.

Die Aktivitäten zur Förderung erneuerbarer Energien müssen nach meiner Ansicht stärker europäisch koordiniert und vernetzt werden.

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Schlagworte: Energiepolitik, Energieversorgung, Erneuerbare Energien, Gas, Gasstreit, Kernkraft, Öl