Unterstützung der Forschung mit adulten Stammzellen und Ausschluss der Embryonenforschung aus dem 7. Forschungs-Rahmenprogramm der EU gefordert
Am Dienstag hatte die Untersuchungskommission im Abschlussberichts zum Betrugsskandal um den Klonforscher Hwang in Südkorea bekannt gegeben, dass nicht nur die Veröffentlichung von 2005, sondern auch schon die Veröffentlichung von 2004, in der Hwang angab, erstmals menschliche Embryonen geklont zu haben, eine Fälschung sei.Nur der geklonte Hund „Snuppy“ scheint echt zu sein. Außerdem wurde mitgeteilt, dass Hwang für seine Klonexperimente sehr viel mehr weibliche Eizellen als bisher angegeben (2061) benutzt hat, und dass auch Mitarbeiterinnen Eizellen gespendet haben.
Ich war von Anfang an erschüttert, wie unkritisch die Ergebnisse Hwangs von vielen Politikern und Wissenschaftlern bejubelt wurden. Es wurde so getan, als ob die Heilung von Querschnittsgelähmten unmittelbar bevorsteht, wenn man Klonforscher wie Hwang nur ausreichend unterstützt.
Schon vor Bekanntwerden des Skandals war allerdings klar, dass viele Probleme wie z.B. die Tatsache, dass embryonale Stammzellen bei der Transplantation auf Menschen Krebs verursachen, nicht sind.
Auch auf die Frage, wie die Hunderttausende von Eizellen bereitgestellt werden könnten, die man braucht, wenn das Konzept des therapeutischen Klonens wirklich in die Tat umgesetzt werden sollte, gab es schon letztes Jahr keine Antwort. Der Skandal zeigt, dass hierin grosse Gefahr liegt.
Wenn schon für die ersten Experimente in der Grundlagenforschung die Regeln nicht eingehalten werden, wie kann man darauf vertrauen, dass die Technik im großen Stil angewandt wird und es nicht zu finanziellem oder sonstigen Druck auf Frauen kommt. Eine Eizellspende ist mit großen gesundheitlichen Gefahren verbunden.
Ich fordere die Europäische Kommission auf, die richtigen Konsequenzen aus dem Skandal zu ziehen. Auch die EU-Kommission gehörte zu denjenigen, die die Ergebnisse von Hwang im vergangenen Jahr bejubelt haben. Daher muss sie jetzt auch die Konsequenzen ziehen und von ihrer bisherigen Position im Bereich der Stammzellforschung abweichen.
Ich fordere die Kommission auf, sich der Meinung des Europäischen Parlaments anzuschließen, das in der Vergangenheit mehrfach gefordert hat, die Europäischen Forschungsmittel auf die Forschung mit adulten Stammzellen zu konzentrieren. Hier gibt es im Gegensatz zur embryonalen Stammzellforschung schon konkrete Ergebnisse: 65 klinische Prüfungen am Menschen wurden durchgeführt, teilweise mit großen Erfolg.
Das Argument, dass die Europäische Kommission „ja nur“ Forschung an überzähligen Embryonen, die bei der künstlichen Befruchtung hergestellt wurden und für diesen Zweck nicht mehr benötigt werden, und nicht das Forschungsklonen unterstützen will, ist nicht wirklich überzeugend.
Wir im Europäischen Parlament haben schon lange Zweifel daran, dass die Kommission ihre Vorgabe kontrollieren kann. Es gibt Hunderttausende von eingefrorenen Embryonen und die Europäische Kommission kann nicht kontrollieren, welche davon von den Paaren noch benötigt werden. Angesichts des Skandals in Südkorea ist aber ein System, das kontrollierbar ist wichtiger als je zuvor.
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