Britische Pläne zur Erzeugung von Mensch-Tier-Mischlebewesen sind ein weiterer Dammbruch, der den Patienten nicht helfen wird

Die Pläne britischer Forscher zur Herstellung von Mischlebewesen aus Mensch und Tier sind ein weiterer Dammbruch, der den Patienten nicht helfen wird.
Die britischen Behörden haben am Mittwoch grundsätzlich genehmigt, dass Mischlebewesen aus Mensch und Tier hergestellt werden dürfen, z.B. indem menschliches Erbgut in den Kern einer Schweine- oder Rindereizelle eingefügt wird. Die jetzigen Pläne sehen vor, dass die so entstandenen geklonten Embryonen nach wenigen Tagen zerstört werden und ihnen Stammzellen entnommen werden.

Selbst Befürworter dieser Forschung gehen allerdings davon aus, dass die so gewonnenen Stammzellen nicht zur Therapie geeignet sind. Man will lediglich Grundlagenforschung betreiben. Aus meiner Sicht ist nicht schlüssig dargelegt worden, warum die Grundlagenforschung nicht auf anderem Weg erfolgen kann. Ich befürchte, dass dies nicht der letzte Dammbruch sein wird.

Unter amerikanischen Wissenschaftlern wird schon darüber spekuliert, ob man die Knappheit an Spenderorganen nicht dadurch mindern kann, dass man Mischlebewesen aus Mensch und Tier weiterentwickelt und im ausgewachsenen Stadium Organe entnimmt. Wenn wir nicht auf absoluten Grenzen bestehen, wird man mit dem Argument, es könnte dem Patienten helfen, weitere Hürden niederreißen. Sehr enttäuscht bin ich von den deutschen Stammzellforschern, was die Debatte mit ihren britischen Kollegen angeht. In Deutschland sprechen sich die Forscher, die mit embryonalen Stammzellen arbeiten, immer für eine begrenzte Ausweitung des Stammzellimportgesetzes aus, und sie sagen, dass sie weiter gehende Liberalisierungen wie in Großbritannien nicht unterstützen. Gegenüber ihren britischen Kollegen oder in den europäischen Gremien hat das aber leider noch nie einer der prominenten Stammzellforscher erklärt.

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Schlagworte: embryonale Stammzellen, Embryonen, Embryonenforschung, Erbgut, Mischlebewesen, Spenderorgane, Stammzellen, Stammzellenforschung