Peter Liese drängt auf Ausnahmen
Unternehmen in Menden, Brilon, Warstein und Grevenbrück besonders betroffen
Die heimische Kalkindustrie ist sehr massiv von den Plänen der Europäischen Kommission zur Verschärfung des Emissionshandels betroffen. Dies stellten Vertreter des Bundesverbandes der Kalkindustrie und der heimische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese bei einem Treffen in Menden fest. Die Europäische Kommission plant, ab 2013 die Regeln für den sogenannten Emissionshandel zu verschärfen. Der Emissionshandel soll dazu beitragen, die Klimaziele der EU, das heißt eine 20%ige Reduktion der CO2-Emissionen bis 2020, im Falle eines internationalen Abkommens sogar eine 30%ige Reduktion zu erreichen. Unternehmen, die in klimaschonende Technik investieren und damit CO2 einsparen, sollen belohnt werden, Unternehmen die weiterhin alte „Dreckschleudern“ laufen lassen, sollen bestraft werden. „Dieses Prinzip ist grundsätzlich sehr gut, und viel von der Kritik, die an den Kommissionsvorschlägen geübt wird, ist überzogen. Die Kalkindustrie und einige andere Branchen werden durch die Vorschläge allerdings ungerecht behandelt. Wenn wir nicht aufpassen, kann dies Arbeitsplätze in Südwestfalen kosten“, so Liese.
Vertreter der Kalkindustrie machten klar, dass, anders als bei der Herstellung von Strom, bei der Herstellung von Kalk in jedem Fall CO2 freigesetzt werde. „Bei der Stromproduktion kann man etwa durch Kernenergie oder erneuerbare Energien komplett CO2-frei arbeiten. Dies geht bei der Herstellung von Kalk nicht. Darüber hinaus wird ein Teil des bei der Herstellung freigesetzten CO2 bei Benutzung des Kalks, z.B. in der Bauindustrie, wieder gebunden. Kalk ist ein unverzichtbarer Rohstoff auch für den Umweltschutz. Daher müssen hier Sonderregelungen greifen“, so Liese.
Der Kalkofen in der Firma Rheinkalk in Menden, den Liese besichtigte, ist der modernste in Deutschland und bereits auf dem neusten technischen Stand. „Hier lässt sich nicht mehr viel verbessern. Deshalb möchte ich mich im Sinne einer ausgewogenen Lösung und im Sinne der Arbeitsplätze in unserer Region für Erleichterungen zugunsten der Kalkindustrie einsetzen. Betroffen sind im engeren Sinne Unternehmen in Menden, Messinghausen (Brilon), Warstein sowie Grevenbrück (Lennestadt). Im weiteren Sinne sind Dutzende von Standorten in Südwestfalen betroffen, die mit dem Abbau und der Verarbeitung von Kalk zu tun haben.
Schlagworte: Arbeitsplätze, CO2-Zertifikate, Emissionshandel, Erneuerbare Energien, Klimaschutz, KMU, Südwestfalen, Umwelt- und Klimaschutz, Unternehmen




















