20 Prozent erneuerbare Energien in der EU – zunächst undenkbar aber jetzt unumstritten

Kommission bei Energieeffizienz jedoch zahnlos

Vor zwei Jahren galt die Einführung eines verbindlichen Ziels von 20 Prozent für erneuerbare Energien in der Europäischen Union als undenkbar, heute ist dieses Ziel unumstritten. Weder im Europäischen Parlament noch im Ministerrat wird der Beschluss, den die Staats- und Regierungschefs Anfang 2007 auf Initiative von Angela Merkel und mit Unterstützung des Europäischen Parlaments gefasst haben, ernsthaft infrage gestellt.

Der zuständige Ausschuss des Europäischen Parlaments hat in der vergangenen Woche mit überwältigender Mehrheit die Details zur Umsetzung des Ziels angenommen. „Erneuerbare Energien sind unverzichtbar um uns unabhängiger von Öl und Gas zu machen. Leider ist es wahrscheinlich, dass Öl und Gas auch in Zukunft immer teurer werden, daher brauchen wir Alternativen. Wir brauchen auch Alternativen um uns politisch unabhängiger von Russland, Iran und anderen Öl- und Gaslieferstaaten zu machen und um dem Klimawandel unter Kontrolle zu halten. Anders als in der Vergangenheit dürfen sich die Anstrengungen aber nicht vor allem auf Windkraft, Photovoltaik und Biokraftstoffe konzentrieren. Die Förderung von Wärme aus erneuerbaren Energien war in der Vergangenheit in Deutschland und Europa ein Stiefkind, obwohl hier mit wenig Geld viel Öl und Gas und damit CO2 eingespart werden kann. In Deutschland hat diesbezüglich langsam ein Umdenken stattgefunden. Durch die Einführung des verbindlichen Ziels wird zwangsläufig auch in anderen Ländern ein Umdenken einsetzen. Die deutsche Industrie, die auf diesem Gebiet führend ist, wird davon profitieren“, erklärte Peter Liese, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments.

Ein mindestens genauso großes Potential wie der Einsatz von erneuerbaren Energien bietet nach Lieses Ansicht aber auch die effizientere Nutzung von Energie. „Nicht nur Wärmedämmung, sondern auch der Austausch veralteter Heizungskessel ist eine sehr kostengünstige Maßnahme zum Klimaschutz und macht uns unabhängiger von Öl und Gas. Leider sind die Vorschläge der Europäischen Kommission in diesem Bereich zahnlos. Die Energieeffizienz im Bereich der Gebäude fällt unter das sogenannte Effort Sharing. Hier haben die Mitgliedstaaten zum einen relativ wenig ambitionierte Vorgaben, sechs Staaten müssen nach den Vorschlägen der Kommission bis 2020 sogar weniger leisten als nach dem Abkommen von Kyoto. Außerdem sind die Sanktionen sehr bescheiden. Hier muss dringend nachgebessert werden“, so Liese, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU im Europäischen Parlament ist, bei der zweiten Deutschen Wärmekonferenz in Berlin.

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Schlagworte: CO2-Ausstoß, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, fossile Brennstoffe, Gas, Klimaschutz, Öl, Umwelt- und Klimaschutz