Erneute Attacke auf das Überraschungsei darf und wird nicht erfolgreich sein

Verbot im Rahmen der Spielzeugrichtlinie völlig unverhältnismäßig und inakzeptabel

Verschiedene Europaabgeordnete, unter anderen die Vorsitzende des Verbraucherschutzsausschusses Arlene McCarthy (Sozialdemokratin aus Großbritannien), verlangen im Rahmen der EU-Spielzeugrichtlinie ein Verbot von Überraschungseiern mit darin befindlichen Spielzeugen. McCarthy und ihre Verbündeten begründen ihre Anträge damit, dass die Kinder den Unterschied zwischen essbarer Schokolade und nichtessbarem Spielzeug nicht erkennen könnten. Sie könnten Teile des Spielzeugs verschlucken und so zu Schaden kommen.

Niklas, Anna und ich sind gegen das Verbot von Überraschungseiern

Niklas, Anna und ich sind gegen das Verbot von Überraschungseiern

Ein Änderungsantrag, welcher de facto ein Verbot von Überraschungseiern fordert, ist ein Beispiel dafür, wie berechtigte Sorgen von jungen Müttern und Vätern dazu genutzt werden, um übertriebene Forderungen durchzusetzen. Ich halte diese Überregulierung für vollkommen unverhältnismäßig, inakzeptabel und nicht im Sinne der Sicherheit von Kinderspielzeug.

Als Arzt habe ich an einer Kinderklinik in Paderborn gearbeitet. Keiner meiner Berufskollegen hat je von Gesundheitsschäden durch Überraschungseier berichtet. Allerdings habe ich selbst oft erlebt, dass Kinder Erdnüsse oder Teile von Äpfeln verschluckt haben. Wer Überraschungseier verbieten will, muss zunächst Äpfel und Erdnüsse verbieten. Das zeigt, wie absurd die Forderung ist.

Es steht außer Frage, dass die Sicherheit von Kinderspielzeug ein besonders hohes und schützenswertes Gut ist. Aber das Beispiel Überraschungseier zeigt, dass man vor der Abstimmung prüfen muss, ob die Änderungsanträge tatsächlich ein mehr an Sicherheit für Kinderspielzeug liefern, oder ob diese nur ein mehr an sinnloser Überregulierung erzeugten.

Die Abstimmung über die Spielzeugrichtlinie (Bericht Marianne Thyssen) findet am Donnerstag im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments statt.

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Schlagworte: Bürokratieabbau, Kinder, Kinderspielzeug, Sicherheit, Spielzeug, Ü-Ei, Überraschungseier