Leuchtenhersteller wirken bei Gesetzgebung in Brüssel mit – es geht um Milliarden Euro

Einig in Fragen der Energieeffizienz: Peter Liese und IHK-Präsident Dieter Henrici
„Richtig gemacht, können Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich der Beleuchtung den Geldbeutel der Verbraucher schonen, das Klima schützen und Arbeitsplätze in Südwestfalen sichern“. Dies erklärte der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese anlässlich eines Pressegesprächs mit dem Ehrenpräsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Arnsberg und geschäftsführenden Gesellschafter von BJB Arnsberg-Neheim, Herrn Dieter Henrici.
In den europäischen Gremien wird zurzeit sehr intensiv über Energieeffizienzstandards im Bereich der Beleuchtung diskutiert. Die südwestfälischen Hersteller, die deutschland- und europaweit führend sind, wirken dabei über ihren Verband ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.) und über direkte Gespräche mit Peter Liese an der Ausgestaltung der Standards mit.
Schon vor einigen Wochen hat ein Expertengremium aus Vertretern der Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission erste Maßnahmen im Bereich der Straßen- und Bürobeleuchtungen angenommen. Besonders energieineffiziente Leuchten werden Schritt für Schritt vom Markt genommen. Dadurch werden in Zukunft pro Jahr 38 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespart.
Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 15 Cent pro Kilowattstunden entspricht dies einer Summe von über fünf Milliarden Euro. Der ZVEI begrüßt die Maßnahme und fordert sogar ein schärferes Vorgehen. „Der ZVEI bedauert, dass das Ausphasen der nicht-effizienten Hochdruckquecksilberdampflampen erst sechs Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung beginnen soll. Damit wird eine Chance nicht genutzt, einen schnellen Beitrag zur Entlastung der Umwelt zu leisten. Da sich die neue Technologie in den meisten Fällen binnen weniger Jahre amortisiert, würde mit einem früheren Austausch zusätzlich der Geldbeutel der Bürger entlastet“, so der ZVEI.
Das Europäische Parlament war an der Ausarbeitung der Standards beteiligt und hat auch diese konkrete Maßnahme unterstützt. In wenigen Wochen wird sie formal in Kraft treten, und nach einer Übergangsfrist verschwinden dann ineffiziente Straßen- und Bürolampen.
Am 3. Dezember 2008 treffen sich die Experten in Brüssel erneut um über Beleuchtung im Privatbereich zu sprechen. Hier geht es unter anderem um einen Stufenplan zum Ersatz der herkömmlichen Glühbirne durch Energiesparlampen in ganz Europa. Die herkömmliche Glühbirne produziert nur fünf Prozent Licht, der Rest der Energie wird in Wärme umgewandelt. „Moderne Energiesparlampen sind fünfmal effizienter. Die erhöhten Anschaffungskosten rechnen sich für den Verbraucher innerhalb relativ kurzer Frist. Überschlägig kann man von einer Senkung der Stromkosten für einen privaten Haushalt von rund 180 Euro pro Jahr nach Ersatz herkömmlicher Glühbirnen durch Energiesparlampen rechnen. Würden alle deutschen Haushalte ihre Glühbirnen gegen Energiesparlampen austauschen könnten rund 7,5 Milliarden kWh Strom eingespart werden. Monetär bewertet entspricht diese Strommenge rund 1,5 Milliarden Euro. Der Austausch aller Glühbirnen gegen Energiesparlampen in Deutschland würde weiterhin zu einer Reduktion des CO2 Ausstoßes von rund 4,5 Millionen Tonnen führen.
Allerdings werden auch hier Übergangsfristen nötig sein. Es müssen zunächst Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Außerdem muss die Übergangsfrist genutzt werden um einige technische Probleme zu lösen. Energiesparlampen lassen sich nicht ohne weiteres dimmen. Die Lichtqualität ist noch nicht immer zufriedenstellend, und teilweise brauchen Energiesparlampen relativ lange, bis die volle Lichtleistung vorhanden ist. Diese Probleme lassen sich aber technisch lösen“, so Liese.
Wichtig ist sowohl für Peter Liese als auch für die heimische Leuchtenindustrie, dass die Standards nicht nur für deutsche Hersteller, sondern für alle Hersteller gelten, die in Europa Leuchtmittel verkaufen, also beispielsweise auch für Produzenten aus Italien oder China. Hier gab es in der Vergangenheit große Schwierigkeiten. Europäische Standards, beispielsweise für die Sicherheit oder bei der Energieeffizienz von Leuchtstoffröhren, wurden zwar von deutschen Herstellern, nicht aber von allen Importeuren eingehalten. „Daher habe ich mich für eine Verbesserung der Kontrollen eingesetzt. Wir haben eine eigene Richtlinie zur verstärkten Kontrolle von technischen Gütern erlassen, und außerdem habe ich erfolgreich dafür gekämpft, dass jede eingeführte Energieeffizienzmaßnahme mit einem eigenen Kontrollprogramm auch für Importen kombiniert wird“, so Liese abschließend.
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