Europäische Union will Organspende fördern und sicherer machen

Nordrhein-Westfalen kann von anderen Ländern in Europa lernen / Minister Laumann auf dem richtigen Weg

Die Europäische Kommission will Organspende fördern und sicherer machen. Das sind die wesentlichen Inhalte von zwei Vorschlägen, die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Im Rahmen eines Aktionsplans ermutigt die Kommission die Mitgliedstaaten in allen größeren Krankenhäusern sogenannte Transplantationskoordinatoren einzurichten. Dieses Modell hat sich in Spanien sehr bewehrt und es ist auch von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann übernommen worden. Leider ist das entsprechende Gesetz der Landesregierung in vielen Krankenhäusern noch nicht umgesetzt.

Viele Menschen sterben immer noch, während sie auf ein Transplantationsorgan warten. Wir müssen hier dringend Abhilfe schaffen. Wichtig ist, dass man aufklärt und zur Organspende ermutigt. Hiermit kann man nach seinem eigenen Tod Leben spenden. Aber ein Problem ist auch, dass durch die hohe Arbeitsbelastung von Ärzten viele mögliche Organtransplantationen nicht realisiert werden, d.h. der Verstorbene oder seine Familie stimmen einer Organspende durchaus zu, es wird aber versäumt sich darum zu kümmern und die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen. In Spanien hat sich gezeigt, dass dieses Problem durch Transplantationskoordinatoren gelöst werden kann.

Ein weiteres Problem das die Europäische Union angehen will, ist die zum Teil noch mangelnde Sicherheit bei Organtransplantationen. Es müssen Regelungen geschaffen werden, damit bei der Transplantation nicht unbemerkt Viren wie etwa HIV/AIDS übertragen werden. Obwohl dieses Problem in Deutschland meiner Ansicht nach nicht akut ist, aber in anderen europäischen Ländern besteht hier Nachholbedarf.

Wichtig ist der Europäischen Kommission auch die Bekämpfung des Organhandels. Um die Bekämpfung zu unterstützen, sollen im Rahmen der Richtlinie alle Mitgliedstaaten verpflichtet werden die freiwillige und unentgeltliche Spende von Organen sicherzustellen und Organhandel zu verbieten. Peter Liese hatte sich jahrelang für eine rechtlich verbindliche Festschreibung dieser Prinzipien eingesetzt. Zunächst war er auf heftigen Widerstand gestoßen, jetzt hat er die Europäische Kommission überzeugt.

Der Organhandel ist ein Verstoß gegen die europäischen Grundrechte. Viele Menschen werden unter Vorspielung falscher Tatsachen gezwungen, gegen Geld ihre Organe zu spenden und erleiden dadurch großen gesundheitlichen Schaden. Es darf nicht so sein, dass derjenige ein Organ bekommt, der am zahlungskräftigsten ist, sondern der bedürftigste muss es erhalten.

Weitersagen:
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • email
  • Y!GG
  • Folkd
  • TwitThis
  • Facebook
  • MySpace
  • Infopirat
  • Webnews
  • Wikio DE
  • Google Bookmarks
  • YahooMyWeb
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Live-MSN
  • Technorati
  • del.icio.us
  • Bloglines
  • Ask

Schlagworte: Aids, Gesundheit, Grundrechte, Organhandel, Organspende, Organtransplantation, Transplantationen