Im Europäischen Parlament zeichnet sich eine Kontroverse über die Selektion von menschlichen Embryonen ab. Der Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschloss am Dienstag mit Mehrheit gegen die Stimmen der CDU/CSU-Abgeordneten, dass die Europäische Union Techniken fördern soll, die zur Ausrottung seltener Erkrankungen führen, die einerseits durch genetische Beratung und andererseits durch die Selektion gesunder Embryonen geschehen.
Wir halten den angenommenen Änderungsantrag für völlig inakzeptabel. Genetische Beratung darf nicht von politischen Zielen beeinflusst werden.
Wenn Eltern das Risiko für ein krankes oder behindertes Kind in der Familie haben, so sollen sie frei von politischem Druck entscheiden, ob sie sich für eigene Kinder oder für Alternativen entscheiden. Die Selektion von Embryonen ist völlig inakzeptabel.
Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Mitgliedstaaten ist die Präimplantationsdiagnostik aus guten Gründen nicht erlaubt. Es kann kein politisches Ziel sein, genetisch bedingte Erkrankungen auszurotten.
Der Erfolg ist ohnehin zweifelhaft, da auch genetisch bedingte Krankheiten nicht nur vererbt werden, sondern auch durch sogenannte Spontanmutationen immer wieder neu entstehen. Der politische Fokus muss auf die Hilfe für Patienten und die Behandlung von Krankheiten gelegt werden. Die Mehrheit des Ausschusses hat den Patienten, die an seltenen Erkrankungen leiden, eine Bärendienst erwiesen. Die Initiative der Europäischen Kommission ist eigentlich unterstützenswert. Durch den unsäglichen Antrag wird das Thema aber zu einer Kontroverse, die der Sache nicht gut tut.
Schlagworte: Embryonen, Gen- und Biotechnologie, Gentechnologie, Kinder, Präimplantationsdiagnostik, Spontanmitationen




















