Der Austausch der klassischen Glühbirne gegen energieeffiziente Beleuchtung spart bares Geld und schützt die Umwelt. Energieeffiziente Beleuchtung macht uns außerdem weniger abhängig von Energieimporten aus Russland, Iran und anderen problematischen Ländern und vermag außerdem, neue Arbeitsplätze in Südwestfalen, Deutschland und Europa zu schaffen.
1. Finanzielle Entlastung für jeden Einzelnen und die Gemeinschaft
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Umweltbundesamt: Beleuchtungstechnik mit geringer UmweltbelastungDeutsche Umwelthilfe: Energiesparlampen, Wertvoll für den Umweltschutz – Zu wertvoll für den Müll
Der Austausch einer Glühbirne durch eine Kompaktleuchtstoffröhre spart bei durchschnittlicher Nutzungsdauer pro Jahr etwa 40 Kilowattstunden, d.h. bei dem derzeitigen Strompreis, etwa 8 Euro pro Jahr. Ein europäischer Durchschnittshaushalt, der von herkömmlichen Glühlampen auf Kompaktleuchtstofflampen umstellt, kann bei der Stromrechnung je nach Anzahl der ersetzten Lampen (unter Berücksichtigung des höheren Anschaffungspreises von Energiesparlampen) jährliche Nettoeinsparungen von 25 bis 50 € erzielen.
2. Klimaschutz
Durch konsequenten Austausch aller Glühbirnen auf Energiesparlampen ergibt sich eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes in einem durchschnittlichen Haushalt, durch Beleuchtung veranlasst, um 150kg. Diese Menge CO2 entspricht etwa dem jährlichen pro-Kopf-Ausstoß eines Bürgers des afrikanischen Staates Togo.
3. Verringerung der Abhängigkeit
Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Gas, Öl und Kohle ist politisch sehr problematisch. Dies haben wir beim Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zu Beginn dieses Jahres schmerzhaft erfahren. Alternative Gaslieferanten können das Problem nicht wirklich lösen. So wird z.B. die Nabucco-Pipeline als Alternative diskutiert, die Gas aus Aserbaidschan, Turkmenistan, Iran und anderen Ländern durch die Türkei nach Europa transportieren soll. Die türkische Regierung hat jedoch schon angekündigt, dass die Pipeline nur gebaut werden darf, wenn die Türkei schnell Mitglied der EU wird. Dies zeigt, dass der politische Preis möglicherweise zu hoch ist. Trotzdem würde die Pipeline nur 10 Prozent des europäischen Gasbedarfes, d.h. unter 3 Prozent des europäischen Energiebedarfes, decken. Energieeffizienz, nicht nur im Bereich der Beleuchtung, kann bis 2020 den Energiebedarf durch einfache Maßnahmen um 20 Prozent verringern.
Wichtige Fragen und Antworten
Klassische Energiesparlampen haben einige Nachteile. Gibt es nicht Alternativen die trotzdem sparsam sind?
Die erste und bekannteste Alternative zur klassischen Glühbirne ist die Kompaktleuchtstoffröhre, weitläufig als Energiesparlampe bekannt. Sie funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie die Leuchtstoffröhren (als Neonröhre bekannt) nur auf so kleinem Raum, dass sie prinzipiell die Glühbirnen ersetzen kann. Kompaktleuchtstoffröhren sparen gegenüber der Glühbirne etwa 80 Prozent der Energie. Kompaktleuchtstoffröhren werden von vielen Verbrauchern als optisch unattraktiv angesehen. In der Vergangenheit wurde auch das Licht als teilweise weniger angenehm empfunden. Daher haben die Hersteller neue Formen von Kompaktleuchtstoffröhren entwickelt. Es gibt Kompaktleuchtstoffröhren mit einer zweiten Hülle, so dass sie auf den ersten Blick von einer Glühbirne nicht zu unterscheiden sind. Es gibt außerdem dimmbare Kompaktleuchtstoffröhren. Es gibt Kompaktleuchtstoffröhren in verschiedenen Farbtönen und Lichtqualitäten und angepasste Kompaktleuchtstoffröhren, z.B. für Kellerräume und Bewegungsmelder, die besonders schnell die erforderliche Leistung erbringen.
Weitere Alternativen sind Halogenlampen. Halogenlampen sparen gegenüber der Glühlampe etwa 25 bis 40 Prozent der Energie. Sie besitzen jedoch Eigenschaften, die sie für Verbraucher attraktiver erscheinen lassen, z.B. andere Lichtqualität, noch leichtere Dimmbarkeit und in der Anschaffung geringere Kosten. Halogenlampen werden zum größten Teil in Deutschland hergestellt und besitzen kein elektromagnetisches Feld.
Die dritte Alternative sind die sogenannten Leuchtdioden (LED). Diese gelten als die Zukunft der Lichttechnologie und sind noch wesentlich effizienter als Halogenleuchtmittel und Kompaktleuchtstoffröhren. Sie gibt es bereits in vielen Formen zu kaufen, aber sie können noch nicht im vollen Umfang die Glühbirne ersetzen.
Ist der Ersatz der Glühbirne durch energiesparende Leuchtmittel finanziell verkraftbar, insbesondere für sozial schwächere?
Ja, die Anschaffungskosten einer Kompaktleuchtstoffröhre betragen ca. 5 Euro. Bei durchschnittlicher Nutzungsdauer spart man beim Ersatz einer Glühbirne durch eine Kompaktleuchtstoffröhre rund 40 Kilowattstunden, d.h. etwa 8 Euro, pro Jahr. Die durchschnittliche Lebensdauer der Kompaktleuchtstoffröhren ist sehr viel höher als die der Glühbirnen, so dass der Vorteil über die Jahre zunimmt. Bereits nach wenigen Monaten hat sich der Kauf der Energiesparlampe rentiert. Gerade für sozial schwächere ist der Einsatz energieeffizienter Beleuchtung zwingend. Nicht leisten kann man sich die ständig steigenden Strompreise.
Energiesparlampen enthalten Quecksilber. Wird hier nicht ein Umweltproblem durch das andere ersetzt?
Nein. Auch der Quecksilberausstoß in die Umwelt wird insgesamt reduziert. Es muss berücksichtigt werden, dass bei einem durchschnittlichen Strommix in der Europäischen Union zur Erzeugung einer Kilowattstunde Strom erhebliche Mengen von Quecksilber durch die Schornsteine der Kohlekraftwerke in die Umwelt freigesetzt werden. Nach Berechnungen der Europäischen Kommission wird der Quecksilberausstoß im Zusammenhang mit Beleuchtung über den gesamten Lebenszyklus um mehr als die Hälfte reduziert, selbst wenn man annimmt, dass 80% der Energiesparlampen nicht fachgerecht entsorgt und recycelt werden.
Trotzdem ist es natürlich erstrebenswert, Energiesparlampen besser zu entsorgen. Schon heute ist eine getrennte Entsorgung vorgeschrieben und möglich. Die Kosten dafür sind im Preis der Energiesparlampen und in den entsprechenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen schon einbezogen. Problematisch ist jedoch, dass viele Einzelhändler die Lampen nicht zurücknehmen, sondern auf Sammelstellen verweisen. Dies muss sich ändern. Entweder durch eine freiwillige Selbstverpflichtung oder durch eine Vorschrift.
Ist der Ersatz von Glühlampen nicht gesundheitlich problematisch? Über den Zusammenhang Energiesparlampe/Gesundheitsschäden wurde viel berichtet.
Ein wissenschaftlicher Ausschuss hat im Auftrag der Europäischen Kommission eine fast 50-seitige Abhandlung zum Thema verfasst. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass viele angebliche Gesundheitsprobleme durch Energiesparlampen keinerlei wissenschaftliche Basis haben. Die wenigen gesundheitlichen Probleme, die auftreten können, treten nicht nur im Zusammenhang mit Kompaktleuchtstoffröhren, sondern auch bei den seit Jahrzehnten in großem Stil eingesetzten Leuchtstoffröhren insgesamt auf. Für besonders lichtempfindliche Personen (ein sehr kleiner Teil der EU-Bevölkerung) gibt es neben den Alternativen Halogen und LED auch die Möglichkeit, die Energiesparlampen mit einer zusätzlichen Hülle zu versehen.
Wie kann man den Problemen entgegentreten, die durch die schlechte Funktionalität der Energiesparlampen entsteht?
Die erste Generation von Kompaktleuchtstoffröhren weist eine Reihe von funktionellen Problemen auf. Beispielsweise ist es für viele Verbraucher ärgerlich, dass die volle Lichtstärke erst nach längerer Zeit erreicht ist. Ein weiteres Problem ist das Flackern des Lichtes. Deshalb hat ein Expertenausschuss aus Vertretern der Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission im Dezember vergangenen Jahres im Auftrag des Europäischen Parlaments und der Staats- und Regierungschefs eine Maßnahme zu Qualitäts- und Effizienzstandards im Bereich der Leuchtmittel beschlossen. Mit dieser Maßnahme wird nicht nur die Effizienz von Leuchtmittel vorgeschrieben, sondern auch wichtige Qualitätsanforderungen, das heißt zum Beispiel, dass eine Lampe in einer angemessenen Zeit ihre volle Helligkeit erreicht haben muss und dass sie nicht flackern darf. Außerdem muss man davon ausgehen, dass sich die Technik – wie überall – weiterentwickelt und viele Probleme, wie die Dimmbarkeit, sind bei vielen Leuchtmitteln heute schon gelöst. In anderen Bereichen arbeitet die Industrie mit Hochdruck an verbraucherfreundlichen Lösungen. Dies gilt auch für die verschiedenen Lampenfassungen.
Fazit:
Der Ersatz von Glühbirnen durch energieeffiziente Beleuchtung ist wichtig für die Umwelt und hilft jedem Einzelnen seine Stromrechnung zu reduzieren.
Maßnahme der Europäischen Union für energieeffiziente Beleuchtung
- Forschung und Entwicklung
Um Leuchtmittel noch effizienter und für den Verbraucher angenehmer zu machen, unterstützt die Europäische Union aus dem Forschungsrahmenprogramm die Weiterentwicklung neuer, effizienter Leuchtmittel. - Umsetzung in die Praxis – Schaffung von Arbeitsplätzen in Südwestfalen
Unternehmen aus Südwestfalen, z.B. ein mittelständisches Unternehmen aus Geseke, arbeiten an konkreten Konzepten für die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis. Aus dem europäischen Strukturfonds (Ziel-2) werden mittelständische Unternehmen auch in Südwestfalen dabei unterstützt. - Das so genannte Glühbirnenverbot
Ab dem 1. September 2009 wird die klassische Glühbirne in der Europäischen Union Schritt für Schritt vom Markt genommen. Das heißt, der Verbraucher kann seine Glühbirnen zwar weiter nutzen, es wird jedoch schrittweise nicht mehr erlaubt sein, sie in Europa zu produzieren oder aus dem Ausland einzuführen. Die Maßnahme startet am 1. September mit Glühbirnen von über 100 Watt. Bis 2012 werden dann schrittweise auch Glühbirnen mit niedrigerer Wattzahl vom Markt genommen.
Die Maßnahme geht auf einen Beschluss der Staats- und Regierungschefs von März 2007 unter Leitung von Angela Merkel und einen Beschluss des Europäischen Parlaments von 2008 zurück. Vor der Entscheidung über die technischen Details wurden Verbraucherverbände, Umweltverbände und betroffene Unternehmen intensiv konsultiert. Die EU folgt damit Regelungen in anderen Teilen der Welt, wie z.B. in Australien, Kanada und Kalifornien.
Ich bin der Auffassung, dass man die Maßnahmen an der einen oder anderen Stelle hätte anders gestalten können, z.B. die Übergangsfrist bis zum 1.09.2009 hätte durchaus um ein halbes Jahr verlängert werden können. Im Kern ist die Maßnahme aber sinnvoll, weil
- die Umwelt geschützt wird. Es werden 39 Terrawattstunden Strom eingespart. Dies entspricht dem Stromverbrauch von Finnland pro Jahr. Die Atmosphäre wird um 15 Millionen Tonnen CO2 entlastet,
- die Industrie gezwungen wird, viele Alternativen im Bereich energieeffizienter Beleuchtung auf den Markt zu bringen. Heute ist im Einzelhandel das Regal für Glühbirnen noch größer als das Regal für energieeffiziente Beleuchtung. Dies wird sich zu Gunsten der Verbraucher, die Energie sparen wollen, in Zukunft ändern,
- die Maßnahme unter dem Strich Arbeitsplätze in Südwestfalen, Deutschland und Europa schafft. Energieeffiziente Beleuchtung, insbesondere Halogenleuchtmittel und LED-Beleuchtung werden in Europa, auch in Südwestfalen, entwickelt und produziert. Da auch Importeure, z.B. aus China an die Effizienz- und Qualitätsstandards gebunden sind, ergibt sich unter dem Strich ein Wettbewerbsvorteil. Es ist besser, das Geld in energieeffiziente Leuchtmittel zu investieren und damit auch Herstellern in Südwestfalen zu helfen, als immer höhere Strom- und Gasrechnungen zu bezahlen und damit hauptsächlich Firmen wie Gasprom zu unterstützen.
Schlagworte: Arbeitsplätze, Energieeffizienz, Energiesparlampe, Glühbirne, Glühlampe, Klimaschutz, Südwestfalen, Umweltschutz, Wirtschaft




















