Dies ist für jeden Menschen ein Horrorszenario. Ein lebenswichtiges Organ, wie ein Herz, funktioniert nicht mehr und die einzige Hilfe ist eine Organtransplantation. Leider gibt es aber bei weitem nicht genügend Spenderorgane, so dass viele Menschen versterben, während sie auf eine Organspende warten. Zahlenmäßig noch größer ist die Menge der Menschen, die eine aufwendige Dialysebehandlung brauchen, da sie keine Spenderniere erhalten.
Aufgrund solcher Schicksale appellieren Dr. Eugen Engels, Bereichsleiter der Ärztekammer für den Kreis Soest und den Hochsauerlandkreis, und ich an die Menschen in unserer Region, sich aktiv mit dem Thema auseinander zu setzen und einen Organspendeausweis anzufertigen. Organspendeausweise sind kostenlos in vielen Arztpraxen und Apotheken sowie im CDU Europabüro (Tel. 0291/995913, Email: info@peter-liese.de) erhältlich. Sie können den Ausweis aber auch über das Online-Bestellformular unter http://www.dso.de/ oder http://www.organspende-info.de/bestellservice/Organspendeausweis/ sowie über das gebührenfreie Infotelefon Organspende 0800/9040400 anfordern oder die Druckversion des Organspende-Ausweises auf dieser Homepage aufrufen, den Ausweis-Vordruck ausfüllen, auf Ihrem Drucker ausdrucken und ausschneiden.
Deutschland kann beim Thema Organspende von anderen europäischen Ländern lernen. In Spanien gab es im Jahr 2008 mit 34,2 mehr als doppelt so viele Organspenden pro einer Mio. Einwohner als in Deutschland mit 14,6. Auch Frankreich und Belgien liegen mit über 25 Organspenden pro eine Mio. Einwohner deutlich vor Deutschland. Der entscheidende Grund für den Erfolg dieser Länder ist die bessere Organisation im Krankenhaus. Leider wird vielen Menschen nach Eintritt des Hirntodes kein Organ entnommen, obwohl sie einen Organspendeausweis haben, oder die Angehörigen einer Organspende unterstützen. Der Grund liegt darin, dass Ärzte im Klinikalltag zu wenig Zeit für dieses wichtige Thema haben. „Wenn man schon am Rande seiner Kapazität arbeitet um das Leben der Menschen zu erhalten, bleibt zu wenig Zeit um verstorbene Patienten auf die Organentnahme vorzubereiten, die notwendigen organisatorischen Maßnahmen zu treffen und mit den Angehörigen zu sprechen.
In Spanien und anderen Ländern ist dieses Problem durch die Einführung von sogenannten Transplantationskoordinatoren gelöst worden. Speziell geschulte Kräfte kümmern sich um das Thema und entlasten die Ärzte. Schritt für Schritt werden Transplantationskoordinatoren jetzt auch in Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen eingeführt. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich erfolgreich dem Thema angenommen. Während Nordrhein-Westfalen bis vor einigen Jahren innerhalb Deutschlands Schlusslicht bei den Organspenden war, ist die Zahl der Organspender seit 2005 von 196 auf 259 gestiegen. Das ist mehr als ein Viertel. In der gleichen Zeit ist die Zahl der Organspender in anderen Bundesländern zum Teil drastisch zurück gegangen.
Auch aus ethischer Sicht ist eine Organspende nicht nur unbedenklich, sondern meiner Ansicht nach sogar geboten. Dies zeigt z.B. auch die Unterstützung beider großer Kirchen für das Thema. Aber es muss ethische Grenzen geben. Wir kämpfen im Europäischen Parlament gegen den Handel mit Organen, gegen den Organtourismus, d.h. das Bürger der Europäischen Union sich in Entwicklungsländern Organe kaufen, und wir sind gegen jede Manipulation beim Todeszeitpunkt. In anderen Ländern wird jetzt darüber diskutiert, Menschen nach Herzstillstand vor Eintritt des Hirntodes Organe zu entnehmen. Meine Fraktion ist strikt dagegen.
Schlagworte: Dialysebehandlung, Organspendeausweise, Organtransplantation, Spenderniere



















