Salz im Brot – Regelung vom Tisch?

Christdemokraten im Europäischen Parlament wollen endlich Klarheit

Die Idee der Europäischen Kommission, den Salzgehalt im traditionellen deutschen Brot zu regulieren, könnte in den nächsten Tagen endgültig beerdigt werden. Die CDU-Europaabgeordneten Dr. agr. Renate Sommer und Dr. med. Peter Liese haben einen entsprechenden Antrag im Europäischen Parlament eingebracht und rechnen fest mit einer Mehrheit bei der Abstimmung am kommenden Mittwoch. Bäcker und Verbraucher in Deutschland und darüber hinaus sind seit Monaten durch das Salz-im-Brot-Thema verunsichert und verärgert. Nach Vorstellungen einiger Kommissionsbeamter sollte Bäckern verboten werden, zum Beispiel für Vollkornbrot mit dem Argument zu werben, dass es der Gesundheit dient, da es beispielsweise die Verdauung fördere, wenn nicht gleichzeitig der Salzgehalt reduziert wird. Der Salzgehalt im deutschen Brot ist jedoch seit Jahrhunderten gleich geblieben. Eine Reduzierung würde nicht nur zu geschmacklichen Nachteilen führen, sondern auch den Backvorgang beeinträchtigen. Eine Alternative, die jedoch kein Verbraucher möchte, ist die Nutzung von chemischen Mixturen, um Salz zu ersetzen.

Brot, insbesondere Vollkornbrot, leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit essentiellen Nährstoffen, namentlich mit Mineralien und Ballaststoffen. Nicht umsonst empfehlen Ernährungswissenschaftler, den Anteil von Brot in der Ernährung zu steigern. Daher ist eine Diskreditierung dieses wichtigen Grundnahrungsmittels gefährlicher Unsinn. Natürlich gibt es in Teilen der Bevölkerung einen zu hohen Salzkonsum. Hierfür kann und darf man aber nicht in erster Linie das traditionelle Nahrungsmittel Brot verantwortlich machen und verdammen!

Am kommenden Mittwoch stimmt das Europäische Parlament über einen Änderungsantrag ab, der das Konzept der so genannten Nährwertprofile mit seiner Einteilung von Lebensmitteln in „gute“ und „schlechte“ Produkte streicht. Gegen diese umfassende und nach Ansicht der christdemokratischen Fraktion sauberste Lösung regt sich allerdings Widerstand, da einige Kollegen zwar nicht das Brot, wohl aber z.B. Schokoriegel im Sinne von Nährwertprofilen regulieren wollen.

Um unserem Kernanliegen Rechnung zu tragen, haben wir daher einen zweiten Antrag ausgearbeitet, der nach unserer Einschätzung mehrheitsfähig ist. Alle traditionellen Grundnahrungsmittel, also nicht nur Brot, sondern auch etwa der französische Käse, sollen von der Nährwertprofilerstellung ausgenommen werden. Auch soll ein Hustenbonbon weiter Hustenbonbon heißen dürfen, auch wenn es Zucker enthält.

Sowohl Kommissionspräsident Barroso als auch der zuständige Kommissar Dalli hatten des Öfteren angekündigt, dass sie sich in diese Richtung bewegen. Gleichzeitig halten hohe Beamte in der EU-Kommission jedoch weiter an den Nährwertprofilen fest. Bis heute gibt es keine abschließende, rechtlich gültige Stellungnahme der Kommission und damit eine permanente Rechtsunsicherheit für den Lebensmittelsektor. Daher wollen wir jetzt endlich Klarheit schaffen.

Die Verbraucher haben ein Recht auf eindeutige Regelungen, und die kleinen und mittleren Unternehmen, die 80 % des Lebensmittelsektors ausmachen, brauchen Planungssicherheit. Daher wollen wir das nach wie vor realitätsferne, völlig überkandidelte Konzept der Nährwertprofile weiterhin streichen. Sollte dies nicht gelingen, muss wenigstens die bislang nur vage Ankündigung der Kommission zur Entschärfung der Profile in rechtlich verbindliche Regeln gegossen werden, die für alle Betroffenen halbwegs tragbar sind.

Weitersagen:
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • email
  • Y!GG
  • Folkd
  • TwitThis
  • Facebook
  • MySpace
  • Infopirat
  • Webnews
  • Wikio DE
  • Google Bookmarks
  • YahooMyWeb
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Live-MSN
  • Technorati
  • del.icio.us
  • Bloglines
  • Ask

Schlagworte: Ballaststoffen, Mineralien, Nährwertprofilen, Salz im Brot, Salzgehalt