Bürger wollen kein Klonfleisch

Europäisches Parlament muss diesen Wunsch ernst nehmen

Fleisch von geklonten Tieren auf dem Teller? Den meisten Europäern vergeht bei dieser Vorstellung der Appetit. Nach Meinungsumfragen lehnt die überwältigende Mehrheit der Europäer das Klonen von Tieren zur Herstellung von Nahrungsmitteln entschieden ab. Aber einige, vor allem US-amerikanische Unternehmen, wollen Klonfleisch auf dem Tisch der Verbraucher servieren und einige Mitgliedstaaten, unter anderem auch Großbritannien, wollen diese Möglichkeit zumindest offenhalten.

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments müssen nun am kommenden Mittwoch entscheiden, ob Klonfleisch in Europa erlaubt wird oder nicht. Ich fordere ein eindeutiges Verbot. Das Unwohlsein der Bürger ist berechtigt. Zwar sagt die Europäische Lebensmittelagentur (EFSA), dass es keine Beweise für eine Gesundheitsschädigung der Menschen durch den Verzehr von Klonfleisch gibt, und auch ich halte die Gefahr einer direkten Schädigung für gering. Aber die EFSA gesteht ein, dass es keine ausreichenden Daten für eine endgültige Bewertung gibt. Sehr viel wichtiger wiegt aus meiner Sicht daher das Tierschutzargument. Die Technik des Klonens von Tieren ist mit großem Leiden für die Tiere verbunden. Nur bei fünfzehn Prozent der transplantierten geklonten Embryos kommt es überhaupt zur Geburt und bei der Geburt treten sehr häufig schlimme Komplikationen auf. Zudem leiden die Tiere an Herz- und Lungenkrankheiten sowie an Immunschwächen im weiteren Lebensverlauf. Viele von ihnen verenden qualvoll. Der Tierschutz ist ein Prinzip der europäischen Politik, das in den europäischen Verträgen festgelegt ist und deshalb müssen wir diese Argumente berücksichtigen.

Ich sehe zudem keine Notwendigkeit für das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken. Nicht zuletzt muss man auch berücksichtigen, dass dann, wenn die Klontechnik am Tier erst verfeinert wird, auch das Klonen von Menschen einfacher wird. Dies aber kann niemand wollen.

Schon im vergangenen Monat hatte sich das Parlament außerdem mit großer Mehrheit für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten ausgesprochen. Käse, der nicht aus Milch, sondern, wenn auch nur teilweise, aus Pflanzenfett hergestellt wird, darf nicht Käse heißen. Er muss klar auf der Vorderseite als Imitat gekennzeichnet werden. Dies ist auch wichtig für die heimischen Milchbauern in Südwestfalen.

O-Töne:
Peter Liese zu Lebensmittelimitaten

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und zum Thema Klonen

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Gottfried Erves zum Thema Klonen

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Grafik: Klonen von Rindern, Klonen: Nachwuchs maßgeschneidert
Hintergrundinformation: Geklonte Tiere leiden extrem

Liese-Erves

Peter Liese und Gottfried Erves, Vorsitzender Biokreis NRW, lehnen das Klonen von Tieren zur Herstellung von Nahrungsmitteln entschieden ab

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Schlagworte: Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten, Klonfleisch, Lebensmittelimitate, Verbot von Klonfleisch