Städtepartnerschaften

Einander besser kennen und verstehen lernen war die ursprüngliche Idee für Städtepartnerschaften, die in Europa kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Heute bringt die Initiative Städte und Kommunen aus ganz Europa zusammen und sorgt für eine enge Verbindung ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Städtepartnerschaften bieten die Chance, mehr über das Alltagsleben in anderen europäischen Ländern herauszufinden, miteinander zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen und zusammen an Projekten von gemeinsamem Interesse zu arbeiten, z. B. in den Bereichen lokale Integration, Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung und kulturelle Vielfalt.

Die Städtepartnerschaften werden von weiten Kreisen der Bevölkerung getragen und sind daher ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung einer Unionsbürgerschaft. Die Europäische Kommission unterstützt dies durch Zuschüsse für Veranstaltungen mit Bildungsangeboten zu aktuellen europäischen Themen. Vorrang haben Veranstaltungen mit Städten und Gemeinden in den Beitrittsländern, neue Partnerschaftsformen, Projekte mit kleinen und geografisch abgelegenen Gemeinden, multilaterale Veranstaltungen und Projekte mit Jugendlichen oder benachteiligten Gruppen.

Das Förderprogramm der EU wurde 1989 auf Initiative des Europäischen Parlaments aufgelegt und stieß bei Städten und Gemeinden in Europa auf großes Interesse. Allein im Jahr 2002 erhielt die Kommission mehr als 2 500 Zuschussanträge.

Laufzeit: 2007-2013
Gesamtbudget: 215 Mio. Euro

  • Aktion 1: ca. 45% des Gesamtbudgets,
  • Aktion 2: ca. 31% des Gesamtbudgets,
  • Aktion 3: ca. 10% des Gesamtbudgets,
  • Aktion 4: ca. 4% des Gesamtbudgets.

Ziele

  • Bürgern die Möglichkeit zur Interaktion und zur Partizipation an einem immer engeren Zusammenwachsen eines demokratischen und weltoffenen Europas, das geeint und reich in seiner kulturellen Vielfalt ist, geben und damit die Entwicklung des Konzepts der Bürgerschaft der Europäischen Union fördern,
  • ein Verständnis für eine europäische Identität entwickeln, die auf gemeinsamen Werten, gemeinsamer Geschichte und gemeinsamer Kultur aufbaut,
  • bei den Bürgern ein Verständnis für die gemeinsame Verantwortung für die Europäische Union fördern,
  • die Toleranz und das Verständnis der europäischen Bürger füreinander vergrößern, dabei die kulturelle und sprachliche Vielfalt achten und fördern und zugleich zum interkulturellen Dialog beitragen.

Förderinhalt

Die konkrete Ausgestaltung dieser Zielsetzung spiegelt sich in vier Aktionen wieder, wobei die EU konkrete, förderfähige Maßnahmen definiert hat:

Aktion 1 – Aktive Bürger für Europa
In dieser Aktion werden städtepartnerschaftliche Aktivitäten gefördert, bei denen Bürgerinnen und Bürger direkt eingebunden sind. Dazu gehören Bürgerbegegnungen sowie Konferenzen und Seminare zu Themen von gemeinsamem Interesse. Es können auch mehrjährige Projekte zwischen Partnerstädten unterstützt werden. Außerdem werden verschiedene transnationale Projekte mit direkter Bürgerbeteiligung gefördert, die dazu dienen, europäische Themen zu diskutieren und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Zu den Bürgerprojekten gibt es Begleitmaßnahmen, um Erfahrungswerte auszutauschen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Aktion 2 – Aktive Zivilgesellschaft in Europa
Aus diesem Teil des Programms vergibt die Europäische Kommission Betriebskostenzuschüsse an europaweit tätige Organisationen und Netzwerke der Zivilgesellschaft sowie an Forschungsinstitute („Think Tanks“), die neue Ideen zu europäischen Themen beisteuern. Außerdem können einzelne grenzübergreifende Projekte zivilgesellschaftlicher Organisationen aus dem Programm unterstützt werden.

Aktion 3 – Gemeinsam für Europa
Unter diese Aktion fallen Veranstaltungen mit großer Öffentlichkeitswirkung wie Gedenkfeiern, Preisverleihungen oder Konferenzen. Außerdem fördert die Europäische Kommission Studien, Erhebungen und Meinungsumfragen zur Bürgerbeteiligung. Darüber hinaus wird die Verbreitung von Informationen und Erkenntnissen aus den einzelnen Programmaktivitäten und anderen europäischen Aktionen zur Bürgerschaft unterstützt. Diese Aufgabe soll einerseits von den Jean-Monnet- und Robert-Schuman-Häusern erbracht und andererseits durch ein neues Internetportal und andere Instrumente wahrgenommen werden.

Aktion 4 – Aktive europäische Erinnerung
„Aktive europäische Erinnerung“ unterstützt die Erhaltung der wichtigsten mit Massendeportationen in Verbindung stehenden Stätten und Mahnmale wie die früheren Konzentrationslager und die Archive, in denen diese Ereignisse dokumentiert sind. Gefördert werden auch weitere Projekte zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und des Stalinismus sowie an diejenigen, die unter extremen Bedingungen Menschen vor dem Holocaust gerettet haben.

Antragsberechtigte

Einen Antrag auf Förderung aus dem Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ können alle Akteure stellen, die die aktive europäische Bürgerschaft fördern. Insbesondere sind dies Städte, Gemeinden und Landkreise, Kommunalverbände, Städtepartnerschaftskomitees, Sportvereine, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und Forschungseinrichtungen, die sich mit europäischen Fragen beschäftigen. Die Projektpartner müssen aus den EU-Mitgliedstaaten, den Kandidatenländern, Norwegen, Island, Liechtenstein oder den westlichen Balkanländern stammen. An einer Bürgerbegegnung müssen mindestens zwei Partnerstädte aus verschiedenen Ländern beteiligt sein.

Weiterführende Informationen

Europäische Kommission
Generaldirektion Bildung und Kultur
Abteilung Bürgerschaft
B-1049 Brüssel
Tel.: 0032 2 295 75 96
E-Mail: eac-info@ec.europa.eu

Europäische Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA)
Abteilung Bürgerschaft

Avenue du Bourget 1
B-1140 Brüssel
Tel.: 0032 2 295 26 85
Fax: 0032 2 296 23 89
E-Mail: eacea-p7@ec.europa.eu

Programmleitfaden – Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“.
(Programmleitfaden)

Weitere Informationen finden Sie im
Amtblatt der Europäsichen Union:
BESCHLUSS NR. 1904/2006/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 12. Dezember 2006 über das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ zur Förderung einer aktiven europäischen
Bürgerschaft (2007-2013)