Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament gibt es keine Wahlkreise, der Kandidat kann nur über eine Landes- oder Bundesliste in das Europäische Parlament gewählt werden. Trotzdem behandele ich den Bezirk Südwestfalen wie meinen Wahlkreis. Ich bin davon überzeugt, dass die Bürger ein Recht auf einen direkten Ansprechpartner im Europäischen Parlament haben. Daher vergeht keine Woche, in der ich als Europaabgeordneter nicht vor Ort in Südwestfalen mit den Menschen über ihre Anliegen spreche.
Das Gespräch mit den Menschen in Südwestfalen ist für mich sehr wichtig. Ich will die Anliegen der Menschen aus dem Hochsauerlandkreis, dem Märkischen Kreis sowie aus den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Soest in Brüssel und Straßburg vortragen und mich für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen.
Natürlich kann ich nicht mit jedem der 1,44 Millionen Einwohner persönlich sprechen. Ich versuche jedoch, so oft wie möglich vor Ort präsent zu sein, über Europa zu informieren, und die Sorgen und Nöte der Menschen mit nach Brüssel und Straßburg zu nehmen.
Morgens Südwestfalen, abends Brüssel: eine ganz normale Woche
Was macht ein Europaabgeordneter? Wie sehen seine Tage und Wochen in Straßburg und Brüssel aus? Bleibt überhaupt noch Zeit für die Heimatregion?
39 Sitzungswochen
Da gibt es zunächst die Tätigkeit im Europäischen Parlament, dessen erster Sitz in Straßburg ist. Dort wird jeden Monat eine einwöchige Plenartagung abgehalten. Zur Erleichterung der Kontakte mit anderen europäischen Institutionen, wie z.B. der Europäischen Kommission, finden jedoch die Ausschuss-, Fraktions- und Arbeitsgruppensitzungen sowie zahlreiche Fachgespräche während der übrigen Wochen in Brüssel statt. Die Nähe zu diesen Institutionen ist vor allem wichtig, um ein Thema effektiv bearbeiten zu können.
Insgesamt hat das Europäische Parlament 39 Sitzungswochen. Wenn möglich, fahre ich mit dem Zug nach Brüssel und Straßburg – eine umweltfreundliche Reisevariante, die es mir außerdem ermöglicht, Briefe von Bürgern zu beantworten und andere wichtige Informationen zu lesen.
Am Wochenende vor Ort unterwegs
Mein Hauptwohnsitz und Hauptbetätigungsfeld ist allerdings meint Heimatbezirk Südwestfalen, den ich im Parlament vertrete. Für die Arbeit dort stehen leider nur wenige sitzungsfreie Wochen zur Verfügung, aber von Donnertagabend bis Montagmorgen bin ich meist vor Ort unterwegs.
Zur intensiven Betreuung meines Bezirks gehören Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, die Teilnahme an Veranstaltungen bei Stadt- und Gemeindeverbänden sowie Vereinigungen der CDU, bei kirchlichen Organisationen, anderen Verbänden und Vereinen, Betriebsbesichtigungen und die Beantwortung von Bürgeranfragen. Diese Aktivitäten sind mir besonders wichtig, da nur durch die Kontakte vor Ort die Möglichkeit gegeben ist, Probleme wirklich kennen zu lernen und zu lösen.
Lange Tage erfordern einen langen Atem
Auch wenn meine Arbeitstag nicht selten mit einem Frühstücksgespräch um halb acht im Abgeordnetenrestaurant des Europäischen Parlaments beginnen und das letzte Gespräch des Tages oft nicht vor 22 Uhr endet, habe ich noch Hobbys: Wandern, Schwimmen, Lesen (etwas anderes als Berichte, Gutachten und Sitzungsunterlagen). Wann immer es mir möglich ist, versuche ich, zwischen 18 und 19 Uhr – vor meinen Abendterminen – noch eine Runde zu joggen.




