
"Investitionen in grüne Energie werden sich nur rentieren, wenn die Regierungen bereit sind, einen Preis für CO2 anzusetzen."
Klimawandel ist von größter Bedeutung für die internationale Politik geworden. Nach der Veröffentlichung des „Stern Review über die Ökonomie des Klimawandels“ und den Berichten des International Panel on Climate Change (IPCC) scheint der internationalen Gemeinschaft bewusst geworden zu sein, dass etwas getan werden muss, um die Konsequenzen des Klimawandels zu verringern.
„Es ist immer noch genug Zeit, die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden, wenn wir jetzt starke Maßnahmen ergreifen.“
Das ist Hauptfolgerung des viel diskutierten Stern Review. Nicholas Stern, ehemaliger Chefökonom der Weltbank, schätzt die Folgen des Klimawandels auf die globale Volkswirtschaft und kommt zu dem Schluss, dass Maßnahmen, die den Umweltschutz fördern, jetzt ergriffen werden müssen, wenn die Menschheit eine ökonomische Katastrophe verhindern will, die vergleichbar mit der Großen Depression oder den Weltkriegen zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ist.
Stern ist nicht der Einzige der warnt: Laut des Vierten Bewertungsberichts des IPCC von 2007 (hier anklicken für die vier IPCC-Berichte: Vierter Bericht (2006) – Erster (1990), Zweiter (1995) und Dritter (2001) Bericht) ist es der beste Weg für Regierungen, Investitionen in saubere Energie zu fördern, indem ein Preis für CO2-Emissionen verlangt wird und indem man Verschmutzer für den Schaden, den sie verursachen, zahlen lässt.
„Investitionen in grüne Energie werden sich nur rentieren, wenn die Regierungen bereit sind, einen Preis für CO2 anzusetzen. Die Kosten des Handelns sind nicht hoch. Die Kosten des Nicht-Handelns könnten es aber sein.“ (The Economist, 31. Mai 2007)
Die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel
In diesem Zusammenhang versucht Europa, eine Hauptrolle zu spielen. Am 20. Dezember 2006 hat die Europäische Kommission einen Gesetzgebungsvorschlag zur Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel, Europas umweltpolitischen Flaggschiff für die Senkung der Treibhausgasemissionen im Rahmen des Kyoto-Protokolls, angenommen.
Im März 2007 wurde ich zum Berichterstatter des federführenden Umweltausschusses des Europäischen Parlaments ernannt. In einem Arbeitspapier skizzierte er seine Ideen, inwieweit die Vorschläge der Kommission abgeändert werden sollten. Im Juni präsentierte ich meinen Berichtsentwurf für den Umweltausschuss, in dem ich konkrete Änderungen am Kommissionstext vorschlage. Diese und alle anderen Änderungsvorschläge, die von den MdEPs präsentiert wurden, wurden in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 diskutiert und abgestimmt. Neben dem Umweltausschuss haben drei weitere Ausschüsse (Transportausschuss, Wirtschaftausschuss, Industrieausschuss) an der Debatte zu Luftverkehr und Emissionshandel teilgenommen.


