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Die EU als Friedensgemeinschaft

Der Konflikt um die Ukraine zeigt, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Seit fast 70 Jahren leben wir mit unseren Nachbarn in Frieden. Das ist auch ein Verdienst der Europäischen Union. Wer wie die AfD oder die Linkspartei gegen eine gemeinsame europäische Außenpolitik und für eine einseitige Annäherung an Russland eintritt, verkennt die tatsächlichen Verhältnisse in Europa und leistet der Destabilisierung Vorschub. Denn Präsident Putin ist keineswegs, wie Gerhard Schröder einmal behauptet hat, ein lupenreiner Demokrat.

Erst kürzlich wurde die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Dieser Preis ist eine Auszeichnung für alle 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union. Er gilt nicht vor allen den hauptamtlichen Funktionären der Institutionen, sondern ist ein Preis für uns alle. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Die europäische Einigung ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr gedenken wir des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs (1914) vor 100 und dem des 2. Weltkriegs (1939) vor 75 Jahren. Die beiden Weltkriege bildeten den grausamen Höhepunkt einer jahrhundertelangen europäischen Normalität. Alle 20 bis 30 Jahre brach in Europa erneut Krieg zwischen Deutschland und Frankreich oder anderen Nachbarn aus.

Weil die Menschen nach dem 2. Weltkrieg unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ für ein vereintes Europa demonstriert haben und kluge Staatsmänner wie Konrad Adenauer diese Idee aufgriffen, haben wir seitdem eine einzigartige Periode von Frieden und Wohlstand. Trotz aller Schwierigkeiten, zum Beispiel im Rahmen der Staatsschuldenkrise im Euroraum, dürfen wir dies nicht vergessen. Frieden ist nicht selbstverständlich sondern muss immer wieder neu geschaffen werden. Deshalb müssen wir nationalistischen Bestrebungen mutig entgegentreten. Nicht alles in Europa ist perfekt. Auch ich ärgere mich über viele Vorschläge, wie z.B. das Ölkännchenverbot oder der Vorschlag für junge Menschen, die eine Krankenpflegerausbildung beginnen wollen, de facto das Abitur vorzuschreiben. Ich bin froh, dass wir beides verhindert haben. Aber solche Ideen sprechen nicht gegen Europa, sondern dafür die richtigen Vertreter ins Europäische Parlament zu schicken.

 

Friedensnobelpreis auch für uns in Südwestfalen

Am 10.12.2012 wurde der Europäischen Union offiziell der Friedensnobelpreis verliehen! Damit
wird anerkannt, dass der Krieg, der jahrhundertelang der Normalzustand in Europa war, endlich überwunden ist. Durch die Zusammenarbeit der Völker haben wir seit dem zweiten Weltkrieg eine nie dagewesene Friedens- und Wohlstandsperiode erlebt. Der Preis gilt nicht nur den Vertretern der offiziellen EU-Institutionen. Er ist ein Preis für alle 500 Millionen Menschen in der EU und damit auch für die 1,44 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Südwestfalen. Um dies deutlich zu machen, hat unsere Fraktion Friedensnobelpreis-Medaillen prägen lassen, die an Menschen, die sich ehrenamtlich für die europäische Idee engagieren, verliehen wurden.

 

Beispiele für Preisträger in Südwestfalen sind u.a.:
Hartmut Steuber, Vorsitzender des CDA Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein,
Stephan Stickeler, Vorsitzender des Kolpingwerkes im Diözesanverband Paderborn und Europabeauftragter der CDU Olpe,
Dr. Adalbert Düllmann, Vorsitzender der Europa Union im Märkischen Kreis,
Jürgen Prigl, Dombaumeister St. Maria zur Wiese Soest und
Schülerinnen und Schüler der St. Walburga Realschule Meschede für die Organisation und Teilnahme an einem europäischen Partnerschaftsprojekt.

 

 

© Dr. med. Peter Liese, MdEP 2017