Streckenausbau wirtschaftlich und umweltpolitisch alternativlos / Offener Brief an Bundesverkehrsminister und Bahnvorstand
Die Ankündigung, auf den Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Gießen aus Kostengründen und wegen angeblicher unzureichender Wirtschaftlichkeit zu verzichten, ist als fatal für Südwestfalen und ich habe daher in einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Bahnchef Rüdiger Grube beide dazu aufgerufen, die Entscheidung einer kritischen Überprüfung zu unterziehen und zu einer Neubewertung der Situation zu gelangen.
Ich halte einen Verzicht des Ausbaus der Ruhr-Sieg-Strecke sowohl wirtschaftlich als umweltpolitisch für falsch und fatal für Südwestfalen und seine Bürger und Unternehmen. Daher hoffe ich sehr, dass der Bundesverkehrsminister und der Bahnchef ihre Entscheidung noch einmal überdenken werden. Eine gute Schienenverkehrsinfrastruktur wird in unserer Region von den Menschen und Unternehmen dringend benötigt, ihre Nutzung wurde in den vergangenen Jahren jedoch immer unattraktiver. Daraus jetzt eine unzureichende Wirtschaftlichkeit des Ausbaus der Strecke abzuleiten ist sehr fragwürdig.
Neben den vielen Pendlern und Bahnreisenden in Südwestfalen ist vor allem die heimische, stark exportorientierte Wirtschaft auf den Ausbau der Strecke Hagen und Gießen und auf ein den Ansprüchen genügendes Schienengüterverkehrswesen angewiesen. So ist es beispielsweise zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich, gängige Hochseecontainer auf dem Schienenwege ohne weitere Umladeaktivität an die nahegelegenen Hochseehäfen Rotterdam, Amsterdam und Antwerpen heranzuführen.
Dies ist ein Wettbewerbsnachteil für unsere Unternehmen im nationalen und internationalen Wettbewerb und muss dringend verbessert werden.
Auch aus ökologischen Gründen ist es dringend erforderlich, den Schienenverkehr für Personen und Güter attraktiver zu gestalten, um von PKW und LKW auf die Schiene umzusteigen. Den Verzicht auf den Ausbau der Strecke werte ich daher als politisch falsches Signal, das weder ökologisch noch ökonomisch zu rechtfertigen ist.