Humangenetik

Stichwort Humangenetik.

Keine EU-Gelder für embryonale Stammzellforschung / Verbot des therapeutischen Klonens gefordert

Der Sonderausschuss für Humangenetik des Europäischen Parlaments hat am Dienstag seinen Abschlussbericht angenommen und dabei strenge Regeln zur Forschung im Bereich Humangenetik und Stammzellforschung gefordert. Weiterlesen »

Verbot der Embryonenforschung rechtlich möglich, aber politisch nicht realistisch

Die Kompetenzen der Europäischen Union im Bereich der Humangenetik und Fortpflanzungsmedizin sind größer als bisher allgemein angenommen. Dies sagt zumindest ein unabhängiges Rechtsgutachten, das das Centrum für Europarecht an der Universität Passau im Auftrag der EVP-ED- Fraktion im Europäischen Parlament erstellt hat. Weiterlesen »

Schon konkrete Heilerfolge bei Patienten erzielt

Das Europäische Parlament hat sich einstimmig für die Förderung von sogenannten adulten Stammzellen als Alternative zu den umstrittenen embryonalen Stammzellen ausgesprochen. Weiterlesen »

Auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten denkt man über Grenzen zum Schutz der Menschenwürde nach

Dr. Peter Liese war mit einer Delegation des Europäischen Parlaments in den USA. Zweck der Reise war es, sich über den Stand der Forschung im Bereich der Gentechnologie und Fortpflanzungstechnologie zu informieren und die politische Diskussion in den USA kennenzulernen. Die Abgeordneten sprachen u.a. mit dem Entdecker der DNA-Doppelhelix, James Watson, und besuchten die Firma, die im letzten Jahr die Entschlüsselung des menschlichen Genoms vollendet hat (Celera Genomics). Außerdem fanden Gespräche mit Senatoren und Kongressabgeordneten statt, die in dem Bereich aktiv sind. Die Abgeordneten stellten fest, dass die Anwendung der Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin zur Zeit durch kein Gesetz beschränkt wird. Selbst das Klonen von Menschen ist nicht verboten.

Allerdings wachse auch im sogenannten „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ die Einsicht, dass die Gentechnik sich nur zum Vorteil für die Menschen entwickeln könne, wenn es eindeutige Grenzen gebe. Daher wurde im US-Repräsentantenhaus gerade ein Gesetzentwurf angenommen, der das Klonen von Menschen in allen Stadien ihrer Entwicklung verbietet – also nicht nur das sogenannte „reproduktive Klonen“, welches das Ziel hat, ein gengleiches Baby zur Welt zu bringen, sondern auch das sogenannte „therapeutische Klonen“ zur Herstellung von menschlichen embryonalen Stammzellen, das z.B. in Großbritannien erlaubt ist. Liese sprach mit den Initiatoren des Gesetzentwurfes, die auch von US-Präsident Bush persönlich unterstützt werden.

Besonders interessant war für Liese auch, dass viele US-Forscher den britischen Europaabgeordneten widerspra-chen, die das sogenannte „therapeutische Konen“ als notwendig für die Medizin ansahen.

„Bei der Reise in die USA habe ich Mut gefasst, dass eine weltweite Initiative zum Verbot des Klonens von Menschen, durchaus Aussicht auf Erfolg hat. Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem klare ethisch motivierte Grenzen für die Gen- und Biotechnologie verlangt werden“, so Liese.

Beschluss des US-Repräsentantenhauses gegen das Klonen von Menschen in allen Stadien ihrer Entwicklung begrüßt

„Dies ist ein Riesenschritt in Richtung mehr Verantwortung in der Genforschung!“ So kommentierte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP/ED), Dr. Peter Liese, die Entscheidung des US-Repräsentantenhauses zum Klonen von Menschen. Das Repräsentantenhaus hatte am Dienstag mit deutlicher Mehrheit einen Gesetzentwurf angenommen, der das Klonen von Menschen als schwere Straftat brandmarken soll. Der Gesetzentwurf umfasst nicht nur das sogenannte „reproduktive Klonen“, d.h. die Herstellung von genetisch identischen menschlichen Embryonen mit dem Ziel, ein gengleiches Baby zur Welt zu bringen, sondern auch das sogenannte „therapeutische Klonen“ zur Herstellung von embryonalen Stammzellen. Das Repräsentantenhaus liegt damit auf der Linie des Europäischen Parlaments, das schon mehrfach ein weltweites Verbot jeglicher Technik zum Klonen von Menschen gefordert hat. Liese war vor einigen Tagen in den USA mit dem Initiator des Gesetzentwurfes, Dave Weldon, einem Arzt aus Florida, zusammengetroffen. Ebenso sprach er mit dem Senator Brownback, der einen ähnlichen Gesetzentwurf im US-Senat eingebracht hat.

„Die Argumentation von Weldon und Brownback ist überzeugend. Wer das geklonte Baby nicht will, darf auch das Klonen von Embryonen nicht erlauben. Beides hängt unmittelbar zusammen. Außerdem erfordert das sogenannte „therapeutische Klonen“ die Herstellung von menschlichen Embryonen allein zu Forschungszwecken, und dies wird auch in den USA von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Daneben hat vor allem Dave Weldon auf die vielen wissenschaftlichen Unwägbarkeiten beim sogenannten „therapeutischen Klonen“ hingewiesen und auf die zahlreichen Alternativen zur Heilung von schwerwiegenden Krankheiten aufmerksam gemacht“, so der Mediziner Liese.

Sehr aufschlussreich war für Liese während seiner Reise in die USA auch, dass viele Wissenschaftler das sogenannte „therapeutische Klonen“ als nicht notwendig bezeichneten. So habe z.B. der Leiter des von James Watson gegründeten Laboratoriums in Cold Spring Harbour bei New York den Positionen der britschen Regierung zum sogenannten „therapeutischen Klonen“ deutlich widersprochen.

„Eine Verabschiedung des Gesetzentwurfes von Weldon und Brownback wäre eine Sensation, denn bisher ist der private Bereich der medizinischen Forschung in den USA völlig ungeregelt. Aber auch im sogenannten „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ wächst die Erkenntnis, dass klare Regeln notwendig sind, damit die Forschung dem Menschen nutzt und seine Würde respektiert“, so Liese.

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