Beschluss des US-Repräsentantenhauses gegen das Klonen von Menschen in allen Stadien ihrer Entwicklung begrüßt
„Dies ist ein Riesenschritt in Richtung mehr Verantwortung in der Genforschung!“ So kommentierte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP/ED), Dr. Peter Liese, die Entscheidung des US-Repräsentantenhauses zum Klonen von Menschen. Das Repräsentantenhaus hatte am Dienstag mit deutlicher Mehrheit einen Gesetzentwurf angenommen, der das Klonen von Menschen als schwere Straftat brandmarken soll. Der Gesetzentwurf umfasst nicht nur das sogenannte „reproduktive Klonen“, d.h. die Herstellung von genetisch identischen menschlichen Embryonen mit dem Ziel, ein gengleiches Baby zur Welt zu bringen, sondern auch das sogenannte „therapeutische Klonen“ zur Herstellung von embryonalen Stammzellen. Das Repräsentantenhaus liegt damit auf der Linie des Europäischen Parlaments, das schon mehrfach ein weltweites Verbot jeglicher Technik zum Klonen von Menschen gefordert hat. Liese war vor einigen Tagen in den USA mit dem Initiator des Gesetzentwurfes, Dave Weldon, einem Arzt aus Florida, zusammengetroffen. Ebenso sprach er mit dem Senator Brownback, der einen ähnlichen Gesetzentwurf im US-Senat eingebracht hat.
„Die Argumentation von Weldon und Brownback ist überzeugend. Wer das geklonte Baby nicht will, darf auch das Klonen von Embryonen nicht erlauben. Beides hängt unmittelbar zusammen. Außerdem erfordert das sogenannte „therapeutische Klonen“ die Herstellung von menschlichen Embryonen allein zu Forschungszwecken, und dies wird auch in den USA von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Daneben hat vor allem Dave Weldon auf die vielen wissenschaftlichen Unwägbarkeiten beim sogenannten „therapeutischen Klonen“ hingewiesen und auf die zahlreichen Alternativen zur Heilung von schwerwiegenden Krankheiten aufmerksam gemacht“, so der Mediziner Liese.
Sehr aufschlussreich war für Liese während seiner Reise in die USA auch, dass viele Wissenschaftler das sogenannte „therapeutische Klonen“ als nicht notwendig bezeichneten. So habe z.B. der Leiter des von James Watson gegründeten Laboratoriums in Cold Spring Harbour bei New York den Positionen der britschen Regierung zum sogenannten „therapeutischen Klonen“ deutlich widersprochen.
„Eine Verabschiedung des Gesetzentwurfes von Weldon und Brownback wäre eine Sensation, denn bisher ist der private Bereich der medizinischen Forschung in den USA völlig ungeregelt. Aber auch im sogenannten „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ wächst die Erkenntnis, dass klare Regeln notwendig sind, damit die Forschung dem Menschen nutzt und seine Würde respektiert“, so Liese.