Liese: Eltern sollen selbst entscheiden
Es ist kein vorgezogener Aprilscherz, sondern stimmt tatsächlich. Eine Gruppe von Europaabgeordneten, vor allem aus Großbritannien und Griechenland, wollen die beliebten Kinderüberraschungseier verbieten. Sie argumentieren, dass Gefahr besteht, das die Kinder nicht nur die Schokolade, sondern auch das darin befindliche Spielzeug essen und sich daran verschlucken können.
Die Europäische Kommission lehnt ein solches Verbot allerdings entschieden ab. Vor dem Umweltausschuss erklärte der verantwortliche Kommissionsbeamte, dass die Risiken bei Produkten wie den Kinderüberraschungseiern, bei denen essbare und nichtessbare Bestandteile zusammen in einer Packung sind, im Vergleich zu den Risiken bei kleinen Spielzeugen oder Spielzeugen, die Kleinteile enthalten, nicht größer sind. Auch eine Studie der Universität Paris im Auftrag der Europäischen Kommission kommt zu dem Schluss, dass die Überraschungseier sicher sind, entsprechend der Definition der revidierten generellen Produktsicherheitsrichtlinie. Trotzdem bestehen einige Europaabgeordnete, vor allem aus der sozialdemokratischen Fraktion, auf ein Verbot.
Dr. Peter Liese, der vor seiner Wahl ins Europäische Parlament in einer Kinderklinik gearbeitet hat, kann sich dem Wunsch seiner Kollegen allerdings nicht anschließen. „Das Spielzeug befindet sich bei den Kinderüberraschungseiern in einer eigenen festverschlossenen Plastikkapsel.
Es gibt keinen dokumentierten Fall in der gesamten Europäischen Union, bei dem ein Kind die Schokolade mitsamt dem Spielzeug herunterschluckt hat und dadurch zu Schaden kam. Natürlich gibt es eine Gefahr, insbesondere wenn sehr kleine Kinder mit den Kleinteilen spielen und diese verschlucken, dies gilt aber in der Tat für alle Kleinteile und nicht nur für den Inhalt der Überraschungseier.
Man kann dieses Produkt mögen oder nicht, ich glaube aber, dass die Entscheidung, ob Kinder Überraschungseier haben sollten, nicht beim Europaparlament liegen sollte sondern bei den Eltern. Ein Verbot ist völlig unverhältnismäßig“, so Liese.