Besonders interessierten möglicher Türkeibeitritt und Folgen der EU-Osterweiterung
Schülerinnen und Schüler des Rahel-Varnhagen-Kollegs haben sich am Mittwoch im Gespräch mit Peter Liese über aktuelle Fragen rund um Europa informiert.
Die Hauptthemen, mit denen die Schülerinnen und Schüler den Abgeordneten konfrontierten, waren die Osterweiterung und der geplante Türkeibeitritt. Peter Liese bekräftigte im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern seine Meinung, dass es im Rahmen der Osterweiterung große Chancen, aber auch Risiken gäbe, weil Deutschland auf den verstärkten Wettbewerb noch nicht gut genug vorbereitet ist. Er betonte, dass er an einem partnerschaftlichen Verhältnis zur Türkei interessiert sei, aber strikt gegen eine Vollmitgliedschaft dieses Landes in der Europäischen Union.
„Das wirtschaftliche Gefälle zwischen der Türkei und der jetzigen europäischen Union ist doppelt so groß wie das zu den Ländern, die am 1. Mai beigetreten sind. Vor allem aber ist die Türkei aus geographischen Gründen aus meiner Sicht kein Land, das man in die EU aufnehmen sollte, 90% der Türkei liegen in Asien und nur 10% auf dem europäischen Kontinent. Wer die Türkei aufnimmt, hat am Ende auch kein Argument mehr gegen die Aufnahme Russlands. Europa darf sich aber nicht überdehnen, da wir sonst nicht mehr handlungsfähig sind“, so Liese.
Hocherfreut zeigte sich Peter Liese über das Interesse der jungen Generation an Europa und am Europaparlament. „Das Interesse der Schülerinnen und Schüler zeigt, dass junge Leute sich auch heute noch für Europa begeistern können. Und wer sich für Europa interessiert, wird schnell feststellen, dass die Europäische Union nicht irgendwo jenseits der Wirklichkeit der Menschen stattfindet, sondern dass Europa und auch die Entscheidungen des Europäischen Parlaments das Leben der Menschen direkt betreffen“ so Liese.