Hundemafia Teil der organisierten Kriminalität / Die Praxis ist nicht nur ein schwerer Verstoß gegen den Tierschutz, sondern bringt auch gesundheitliche Gefahren für Menschen mit sich

Das Europäische Parlament wird am kommenden Mittwoch endgültig über den Entwurf einer Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen abstimmen. Es geht insbesondere darum, der sogenannten Hundemafia das Handwerk zu legen. In der gesamten Europäischen Union sollen dann einheitliche Standards zum Schutz vor Tierquälerei gelten.

Zuchtbetriebe, Tierhandlungen und Tierheime müssen sich an Mindestanforderungen für den Tierschutz halten. Das Züchten von Tieren mit übertriebenen körperlichen Merkmalen (sogenannte Qualzuchten) wird verboten. Zentrales Element der Verordnung ist eine verpflichtende Identifizierung aller Hunde und Katzen durch einen Mikrochip sowie die Registrierung aller Hunde und Katzen in nationalen Datenbanken. Für private Tierhalter gelten lange Übergangsfristen. Nach Einschätzung der Kommission ist der illegale Welpenhandel Teil der organisierten Kriminalität.


„Der illegale Welpenhandel ist keineswegs ein Randthema, sondern ein illegales Milliardengeschäft. Schon 2021 hat die Kommission die Praxis als Teil der organisierten Kriminalität bezeichnet. Tiere sind Mitgeschöpfe, und deswegen kann uns Tierquälerei nicht egal sein. Außerdem sind die illegalen Praktiken eine Gefahr für die Gesundheit von uns Menschen. Wenn Tiere nicht untersucht sind, zum Beispiel nicht geimpft, können Krankheiten wie Tollwut auch auf Menschen übertragen werden. Es ist daher gut, dass diese Gesetzgebung voraussichtlich mit großer Mehrheit verabschiedet wird. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Hundemafia“, betonte Peter Liese, Arzt und Europaabgeordneter.