Einigkeit bei Bioethik, unterschiedliche Auffassung zur AIDS-Verhütung

Dr. Peter Liese war auf Einladung des Leiters des päpstlichen Rates für die Familie, Kardinal Lopez, zu Gesprächen im Vatikan. Anlass der Zusammenkunft von vatikanischen Experten und einer Gruppe von Europaabgeordneten war die aktuelle Bioethikdebatte. Die Abgeordneten und die Experten des Vatikan stellten gemeinsam fest, dass in der modernen Biomedizin eindeutige Grenzen notwendig sind, damit die Forschung zum Wohle des Menschen durchgeführt wird und der Mensch nicht bloß Objekt der Forschung ist.

Liese zeigte sich besonders davon beeindruckt, dass die Äußerungen der vatikanischen Experten nicht nur von abstrakten Prinzipien geprägt waren, sondern von einer sehr großen Sachkenntnis zeugten: „Ich war positiv überrascht, dass unter den Beratern des Papstes zahlreiche Naturwissenschaftler und Mediziner sind, die auf dem neuesten Stand des medizinisch-technischen Wissens sind."

Große Meinungsunterschiede zwischen den Abgeordneten und den vatikanischen Vertretern gab es jedoch beim Thema „Familienplanung und Verhütung von AIDS“. Liese kritisierte die Verlautbarung des Vatikans, die manchmal den Eindruck erwecke, als sei die Benutzung von Kondomen zur Geburtenkontrolle und zur Verhütung von AIDS genauso verwerflich wie die Zerstörung von Embryonen durch die Forschung oder durch Abtreibung. Liese legte Wert auf die Feststellung, dass seiner Ansicht nach gerade in Entwicklungsländern die Geburtenkontrolle und die Verhinderung von sexuell übertragbaren Erkrankungen wie AIDS ethisch gerechtfertigt sind.

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