Priorität der EU-Forschungspolitik soll auf adulten Stammzellen liegen Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-ED), Dr. Peter Liese, ist zuversichtlich, dass die Europäische Kommission in der Frage der Finanzierung von Stammzellforschung aus dem europäischen Haushalt dem Ansatz des Europäischen Parlamentes folgt. Das Europäische Parlament hat in seiner vergangenen Plenarsitzung in Straßburg einen Änderungsantrag angenommen, in dem gefordert wird, das Subsidiaritätsprinzip anzuwenden und Forschung mit menschlichen Embryonen und menschlichen embryonalen Stammzellen dort, wo sie legal ist, aus dem nationalen Haushalt zu finanzieren. Die europäische Forschungspolitik sollte sich auf die Alternativen wie Forschung mit adulten Stammzellen und Stammzellen aus dem Nabelschnurblut konzentrieren, die in den Mitgliedstaaten nicht kontrovers sind und bereits zu konkreten Erfolgen in der Behandlung von Patienten geführt haben. Mit der Annahme dieses Änderungsantrags hat das Europäische Parlament nach langem Streit seine Position geändert.

Priorität der EU-Forschungspolitik soll auf adulten Stammzellen liegen

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-ED), Dr. Peter Liese, ist zuversichtlich, dass die Europäische Kommission in der Frage der Finanzierung von Stammzellforschung aus dem europäischen Haushalt dem Ansatz des Europäischen Parlamentes folgt. Das Europäische Parlament hat in seiner vergangenen Plenarsitzung in Straßburg einen Änderungsantrag angenommen, in dem gefordert wird, das Subsidiaritätsprinzip anzuwenden und Forschung mit menschlichen Embryonen und menschlichen embryonalen Stammzellen dort, wo sie legal ist, aus dem nationalen Haushalt zu finanzieren. Die europäische Forschungspolitik sollte sich auf die Alternativen wie Forschung mit adulten Stammzellen und Stammzellen aus dem Nabelschnurblut konzentrieren, die in den Mitgliedstaaten nicht kontrovers sind und bereits zu konkreten Erfolgen in der Behandlung von Patienten geführt haben. Mit der Annahme dieses Änderungsantrags hat das Europäische Parlament nach langem Streit seine Position geändert.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Kommission dem Ansatz des Parlaments folgen wird, da sowohl der für Forschungsfragen zuständige Kommissar Potočnik, als auch Vizepräsident Verheugen, der eine Mitzuständigkeit hat und vor allem Kommissionspräsident Barroso immer wieder betont haben, wie wichtig ihnen die Position des Europäischen Parlamentes in dieser Frage ist", so Liese. Die Kommission will ihren Vorschlag für das siebte Forschungsrahmenprogramm am 6. April annehmen.

Der oben erwähnte Änderungsantrag wurde vom Parlament im Rahmen einer Resolution über den Handel mit menschlichen Eizellen angenommen. Der Meinungswandel im Europäischen Parlament ist nach Ansicht Peter Lieses vor allem durch zwei Gründe hervorgerufen. Erstens durch die Erweiterung: "Mehr als zwei Drittel der polnischen Abgeordneten, inklusive vieler Liberaler haben für den Änderungsantrag und die Resolution gestimmt. Damit wird deutlich, dass nach der Osterweiterung andere Mehrheitsverhältnisse in diesen schwierigen Fragen herrschen". Der zweite Grund ist nach Ansicht Lieses eine sehr große Skepsis gegenüber dem Verhalten der britischen Behörden in Sachen Eizellhandel. Vor der Diskussion im Europäischen Parlament hatte die britische Regierung bestätigt, dass zahlreiche rumänische Frauen Eizellen spenden, damit die Knappheit von Eizellspenderinnen in britischen Befruchtungszentren überwunden werden kann.

Nach Auskunft der BBC gibt in einer einzigen Klinik in Rumänien mehr Eizellspenderinnen als in allen britischen Zentren zusammen. Eine Eizellspende ist für die Frau sehr gefährlich, da eine Behandlung mit hohen Hormondosen stattfindet. Diese Behandlung kann sogar tödlich sein, als Spätfolgen können Krebs und Unfruchtbarkeit auftreten. Trotz dieses Risikos hat die britische Behörde HFEA den Handel zwischen Großbritannien und Rumänien genehmigt, da, wie es in einem Dokument der Regierung heißt, man keine Beweise für eine Bezahlung von Geld finden konnte. "Das Statement der britischen Regierung ist heuchlerisch. Erstens haben viele Teams von Journalisten, die den Fall in Rumänien untersucht haben, ohne größeren Aufwand Beweise für Bezahlung gefunden und auch Frauen identifiziert, die schwere gesundheitliche Schäden durch die Eizellspende davongetragen haben.

Zweitens sollte man sich mit gesunden Menschenverstand fragen, welche Motivation zur Spende rumänische Frauen haben sollten, wenn sie keine Bezahlung erhielten. Eine Bezahlung ist allerdings nach europäischem Recht verboten und dies erkennt auch die britische Regierung an. Drittens muss festgestellt werden, dass die rumänische Regierung mittlerweile die Schließung der Klinik angeordnet hat. Ist es wirklich so, dass die Rechte von Frauen in Rumänien besser geschützt werden als in Großbritannien?" Hier zieht Liese auch eine Parallele zu der Diskussion um das sogenannte therapeutische Klonen und die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen. Die gleiche Behörde, die die Praxis mit Rumänien autorisiert hat, hat vor wenigen Wochen Klonexperimente mit menschlichen Embryonen von Ian Wilmut, dem Schöpfer des Klonschafs Dolly genehmigt. Wilmut hat in einem Interview mit der FAZ beschrieben, dass er mehrere Hundert Eizellen allein für die erste Phase seiner Experimente braucht. "Woher sollen die Eizellen kommen, wenn es schon jetzt eine Knappheit an Eizellspenderinnen in Großbritannien gibt? Die Vorkommnisse in Großbritannien haben erneut deutlich gemacht, dass man nicht unbedingt nur aus Gründen des Lebensschutzes und der Menschenwürde von menschlichen Embryonen gegen jede Form des Klonens und die Embryonenforschung sein kann. Auch aus ganz anderen Gründen, zum Beispiel wegen des notwendigen Schutzes der Frau kann man zu der Kenntnis gelangen, dass dies der falsche Weg ist", so Liese.

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