Seit Wochen wird in Deutschland und ganz Europa eine sehr emotionale Diskussion über die Verringerung des CO2-Ausstoßes von PKW geführt. Vorschläge der Europäischen Kommission sind vor allem vom Verband der Deutschen Automobilindustrie massiv kritisiert worden. Im Zentrum der Kritik steht die Auffassung, dass schwere Fahrzeuge, die z.B. vor allem von Porsche, BMW und Daimler hergestellt werden, einen zu großen Anteil an der Reduzierung leisten müssten. Daher fordert die deutsche Automobilindustrie, dass bei einem größeren Gewicht mehr CO2 ausgestoßen werden soll. Diesem Drängen ist die Europäische Kommission bei ihrem Vorschlag aber nur teilweise nachgekommen. Ein doppelt so schweres Auto darf nach dem Vorschlag der Kommission nur 60 Prozent mehr CO2 ausstoßen, die deutsche Industrie fordert 80 Prozent.

Das Europäische Parlament muss in den nächsten Wochen im Mitentscheidungsverfahren über den Vorschlag beraten. Daher möchte sich der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese intensiv mit der heimischen Automobilzulieferindustrie abstimmen.

Ein erstes Gespräch fand deshalb vor Kurzem bei der Firma Honsel in Meschede statt. "Honsel ist mit Abstand der größte Arbeitgeber in der Stadt Meschede und im ganzen HSK. Für Meschede ist Honsel wichtiger als BMW für München, deshalb möchte ich als Abgeordneter für Südwestfalen die Interessen von Honsel vertreten und nicht in erster Linie die von BMW und Porsche." Im Gespräch mit dem Leiter der Entwicklung Motoren, Herrn Bernhard Gand, und dem Unternehmensberater und früheren Firmenvorsteher von Honsel, Herrn Bernhard Lepping, erfuhr Liese, dass eine zu starke Orientierung der Grenzwerte am Gewicht für Honsel und auch einige andere heimische Zulieferbetriebe problematisch ist.

Honsel und andere Firmen haben sich auf den Leichtbau konzentriert. So werden schwere Teile aus Stahl beispielsweise durch Aluminium und Magnesium ersetzt. Eine zu starke Orientierung der Grenzwerte am Gewicht könnte daher einen kontraproduktiven Effekt haben. Leichtere Materialien, die für den Klimaschutz sinnvoll sind, könnten wieder durch Stahl ersetzt werden. "Dieser Entwicklung müssen wir auf jeden Fall entgegentreten", so Peter Liese.

"Es wäre schlecht für die Umwelt und schlecht für die Arbeitsplätze in unserer Region."

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