EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall hat heute eine weitere Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung (EU-Deforestation Regulation (EUDR)) vorgeschlagen

Dazu erklären:

Christine Schneider (CDU), parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Gruppe und Berichterstatterin der EVP-Fraktion für die EU-Entwaldungsverordnung:
„Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich. Seit langem setze ich mich für eine praxisgerechte Umsetzung der Entwaldungsverordnung ein. Die erneute Verschiebung zeigt jedoch klar: Die Probleme liegen tiefer und können nicht durch weitere Übergangsfristen oder unverbindliche Leitlinien gelöst werden.
 
Nun ist es Aufgabe von Europäischer Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten, gemeinsam an einer grundlegenden Überarbeitung zu arbeiten. Ein wesentlicher Schritt dabei ist die Einführung einer 0-Risiko-Kategorie. Regionen und Produkte, bei denen keinerlei Gefahr der Entwaldung besteht, müssen unbürokratisch und ohne zusätzliche Nachweispflichten behandelt werden. Nur so kann die Regulierung zielgenau wirken, ohne diejenigen zu belasten, die nachweislich nachhaltig und verantwortungsvoll wirtschaften.

 
Zudem setze ich mich als Landwirtschafts- und Umweltpolitikerin weiterhin dafür ein, dass der Nachweis der Entwaldungsfreiheit ausschließlich beim Erstinverkehrbringer auf dem europäischen Markt liegt. Damit würde die nachgelagerte Lieferkette entlastet.
 
Diese Konzentration der Sorgfaltspflichten auf den Marktzugang wäre nicht nur effizient, sondern würde auch der ursprünglichen Zielsetzung der EUDR gerecht: den Wald dort zu schützen, wo tatsächlich Entwaldung droht. Es darf nicht sein, dass die europäische Forstwirtschaft und Betriebe durch unnötige Dokumentationspflichten behindert werden, während die eigentlichen Ursachen unangetastet bleiben.
 
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die EVP-Fraktion halten damit Wort: Bürokratie wird dort abgebaut, wo sie unnötig ist und keinen Beitrag zur Erreichung der Ziele leistet. Das ist der richtige Weg – ein klares Signal, dass wir die Anliegen verstanden haben.“
 
Peter Liese (CDU), umweltpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion:
"Endlich haben unsere Bemühungen Erfolg. Ein unverändertes Inkrafttreten der Entwaldungsverordnung am 1. Januar hätte viele kleine Waldbauern, Landwirte und Mittelständler, z.B. mittelständische Kaffeeröstereien, vor unlösbare Probleme gestellt. Bevor man ihnen auferlegt, Daten in eine Datenbank einzutragen, muss das System einwandfrei funktionieren. 
 
In einem zweiten Schritt müssen jetzt dringend Vereinfachungen folgen. In Ländern wie Deutschland, in denen es klare Vorgaben gibt und in denen Entwaldung einfach nicht stattfindet, sollten Waldbauern und Landwirte von jeglichen Auflagen befreit werden. Dies muss dann auch für Drittstaaten gelten, bei denen das genauso ist. Das Ziel, die weltweite Entwaldung zu stoppen, ist und bleibt richtig, aber ein bürokratisches Monstrum schwächt die Akzeptanz der europäischen Umweltpolitik."
 
Für weitere Informationen:
Christine Schneider MdEP: +32 228 45791
Dr. Peter Liese MdEP: +32 228 45981