Treffen mit Prof. Dr. Christoph Donner vom Ruhrverband


Der Ruhrverband als öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen betreibt u.a. Talsperren, die die Wasserversorgung von 4,6 Millionen Menschen sicherstellen, und ist für die Abwasserreinigung von 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne zuständig. Er ist einer der größten Wasser- und Abwasserverbände Europas. Die Gewässer sind ein wichtiger Bestandteil des Wasser- und Naturhaushaltes. Die Europäische Wasserrahmenlinie (EG-WRRL) gibt für alle Oberflächengewässer und Europa das Ziel eines „guten chemischen und guten ökologischen Zustands“ vor. Wasser ist auch das wichtigste Grundnahrungsmittel. Schädliche Stoffe, zum Beispiel Arzneimittel oder Industriechemikalien, können über das Trinkwasser Einfluss auf unsere Gesundheit haben. 


Peter Liese hat sich hierzu intensiv mit Prof. Dr. Christoph Donner, Vorstand für Technik und Flussgebietsmanagement und Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, ausgetauscht. Christoph Donner ist Sauerländer und stammt aus Meschede. Bei dem Gespräch ging es u.a. darum, wie die Herausforderungen der Wasserreinhaltung in Europa und auch vor Ort gemeistert werden können. Schädliche Stoffe sollen erst gar nicht ins Wasser gelangen und wenn doch, müssen sie effektiv herausgefiltert werden. Aber auch die Frage, wie die Region vor den Auswirkungen des Klimawandels besser geschützt werden kann, war Thema des Gesprächs. „Christoph Donner hat meiner Ansicht nach recht, wenn er sagt, wir müssen uns darauf vorbereiten, dass ein Starkregenereignis wie 2021 an der Ahr auch bei uns in Südwestfalen stattfinden kann. Schließlich war der erste Tote der Katastrophe ein Bürger aus Altena im Sauerland. Unsere Gewässer müssen so gemanagt werden, dass wir in so einem Fall besser vorbereitet sind“, berichtete Peter Liese von dem Gespräch.

Weitere Thema waren die Emissionsminderung und konkrete Maßnahmen zur Stärkung natürlicher Klimasenken: Verhinderung von Entwaldung, der Unterstützung des Schutzes und der Wiederherstellung von Mooren, die Förderung von Aufforstung und Wiederaufforstung, die zugleich der biologischen Vielfalt zugutekommen und die bessere Bewirtschaftung dieser Systeme.

„Als Mediziner und engagierter Vertreter unserer Ruhrregion bringt Dr. Peter Liese eine besondere Perspektive ein: Er bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Pharmaindustrie und Siedlungswasserwirtschaft. Genau hier berührt KARL, die Kommunalabwasserrichtlinie, ein zentrales Zukunftsthema der Wasserwirtschaft, nämlich den Umgang mit Spurenstoffen, insbesondere mit Arzneimittelrückständen. Solche Gespräche zeigen, wie wichtig der enge Dialog zwischen europäischer Politik und regionaler Praxis ist“, betonte Dr. Christoph Donner.