Es tickt eine Zeitbombe

Landesverbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg und der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete und Arzt Dr. Peter Liese stellten jetzt in Brüssel im Rahmen eines Parlamentarischen Abends Maßnahmen gegen das immer stärker zunehmende Übergewicht bei Kindern vor.

Das Problem hat in den letzten 15 bis 20 Jahren dramatisch zugenommen. In Deutschland gibt es etwa einen Zuwachs der Übergewichtsraten bei Kindern um mehr als 50 Prozent. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Vielzahl von Erkrankungen, wie z.B. Diabetes (Zuckerkrankheit) und Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. "Als ich vor 15 Jahren in der Kinderklinik in Paderborn gearbeitet habe, waren Kinder, die am sogenannten Altersdiabetes (Typ II) erkrankten, praktisch unvorstellbar. Heute nimmt deren Zahl dramatisch zu", so Peter Liese.

Übergewicht und Fettleibigkeit sind nicht nur ein Problem für die Betroffenen, sondern zunehmend auch für das öffentliche Gesundheitswesen, erklärte Minister Uhlenberg. Die Ursachen für ein zu hohes Gewicht sind vielfältig. Dementsprechend kreativ müssen die Ansätze sein, um diese Entwicklung zu stoppen. Mit der "Plattform Ernährung und Bewegung" in welcher Politik und Verwaltung, Lebensmittelwirtschaft, Sportvereine, Wissenschaft, Gesundheitswesen und andere gesellschaftlichen Gruppen gemeinsam an einem Strang ziehen, wurde ein Erfolg versprechender Weg eingeschlagen, den die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen unterstützt und fördert.

Professor Harms, Leiter der Universitäts-Kinderklinik in Münster und Vorsitzender der "Plattform Ernährung und Bewegung", wies drauf hin, dass das Hauptproblem die mangelnde Bewegung ist. Die Ernährung habe sich in den letzten 15 Jahren nicht verschlechtert, aber der Bewegungsmangel, z.B. durch zuviel Computer und Fernsehen, hat enorm zugenommen.

Hier setzt auch die Aktivität von Peter Liese an. "Die Europäische Union sollte bei dem Thema, die eigentlichen Betroffenen nicht vergessen. Viele meiner Kollegen glauben, durch Werbeverbote für bestimmte Nahrungsmittel sei das Problem gelöst. Aber der Bewegungsmangel ist das gravierende Problem, und deswegen müssen wir gemeinsam hier ansetzen. Dies geht aber nur in Zusammenarbeit mit den Ländern, die z.B. für den Schulsport zuständig sind, und den Familien, in denen grundlegende Verhaltensweisen von Kindern geprägt werden." Um den Worten Taten folgen zu lassen, beteiligten sich Eckhard Uhlenberg, Peter Liese und Professor Erik Harms im Anschluss an die Diskussionsveranstaltung an einer Kochaktion.

Mithilfe eines chinesischen Woks wurde leichte und gesunde Nahrung für die über hundert Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung gekocht.

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