Orphan Drugs - Verordnung mit großer Mehrheit fördern

Das Europäische Parlament will Medikamente gegen seltene Erkrankungen massiv fördern. Ein Vorschlag der Europäischen Kommission für eine sogenannte Orphan Drugs (Waisen-medikamenten-) Verordnung wurde am Dienstag in Straßburg mit großer Mehrheit befürwortet.

Orphan Drugs sind Medikamente gegen seltene Erkrankungen, bei denen sich die Forschung für die Industrie normalerweise wegen der geringen Patientenzahl nicht lohnt. Um dennoch einen Anreiz zur Forschung zu bieten und den Patienten damit helfen zu können, sind im einzelnen folgende Maßnahmen vorgesehen:

1. Bei der europäische Arzneimittelagentur in London sollen den Firmen die Gebühren für die Zulassung erlassen werden.
2. Der Hersteller erhält für eine gewisse Anzahl von Jahren das Recht, das Medikament allein zu vermarkten (Marktexklusivität).
3. Die Mitgliedstaaten können die Entwicklung von Orphan Drugs steuerlich fördern.

Zu dem Beschluß des Parlamentes erklärte der Arzt Dr. med. Peter Liese: „Diese Verordnung ist sehr wichtig für viele Patenten in ganz Europa. Die einzelnen Erkrankungen sind zwar selten, doch insgesamt sind Millionen Menschen in der EU von verschiedenen seltenen Krankheiten betroffen. Das Leid der Patienten ist enorm. In den USA und Japan haben sich ähnliche Förderinstrumente, wie wir sie jetzt beschlossen haben, seit Jahren bewährt. Ich hoffe, daß die Verordnung vom Ministerrat so schnell wie möglich angenommen wird.“

Das Europäische Parlament hat einige Änderungsvorschläge zum Verordnungsentwurf der Kommission gemacht. Als nächstes ist der Ministerrat am Zug, der sich den Wünschen des Parlaments entweder anschließen oder sie ablehnen kann. Im Fall einer Ablehnung gibt es eine zweite Lesung vom Parlament und möglicherweise ein Vermittlungsverfahren.

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