Europäisches Parlament hat Kompromiss in Straßburg angenommen

Das Europäische Parlament in Straßburg hat die neue Schokoladenrichtlinie angenommen. Damit geht ein jahrelanger Streit zwischen den EU-Mitgliedstaaten zu Ende.

Bisher war in der Hälfte der EU-Mitgliedstaaten nur die Verwendung von reiner Kakaobutter zulässig, und, wenn man ein Produkt "Schokolade" nennen wollte, in der anderen Hälfte auch Ersatzfette, wie Sheabutter. Trotzdem konnten alle Produkte frei gehandelt werden und der Verbraucher konnte nicht unterscheiden. Nach der neuen Richtlinie ist die Verwendung von Ersatzfetten grundsätzlich in allen Mitgliedstaaten möglich, jedoch unter strengen Vorschriften und mit einer klaren Kennzeichnung. In Zukunft dürfen nur bis zu 5% Ersatzfette verwendet werden, die genau definiert werden müssen.

Dazu erklärte Dr. Peter Liese, Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz: "Diese neue Richtlinie ist gut für den Verbraucher, denn er hat jetzt die Wahl. Bisher konnte er nicht unterscheiden, ob ein Produkt Ersatzfette enthält oder nicht. Nun gibt es eine klare Kennzeichnung. Gesundheitliche Gefahren durch die Verwendung von Ersatzfetten gibt es keine und über die Frage, ob der Geschmack beeinträchtigt ist, scheiden sich die Geister. Diese Frage sollte die Politik auch nicht entscheiden. Einige Hersteller behaupten sogar, dass sie mit Hilfe von Ersatzfetten bessere Schokolade herstellen können.

Dem Problem, das viele Entwicklungshilfeorganisationen aufgezeigt haben, haben wir rechtzeitig Rechnung getragen: Zwar ist Kakaobutter für viele Menschen in den Entwicklungsländern eine wichtige Einnahmequelle, aber auch die Ersatzstoffe werden zum Teil in tropischen Ländern hergestellt. Wir haben durchgesetzt, dass nur Ersatzstoffe, die aus tropischen Ländern kommen, verwendet werden dürfen und fordern, dass sowohl für Kakao als auch für Ersatzstoffe faire Preise gezahlt werden."

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