EVP fordert Europarat auf, am Gatterer-Bericht festzuhalten

Angesichts der am Donnerstag im zuständigen Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates stattfindenden Abstimmung zum Marty-Bericht über Euthanasie bekräftigte die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament ihre Position zu diesem Thema.
„Der Europarat muss die Position, die er 1999 auf Vorschlag der österreichischen EVP-Abgeordneten Edeltraud Gatterer angenommen hat, beibehalten. Hospizbewegung und Palliativmedizin müssen unterstützt werden, das Recht Schwerstkranker und Sterbender, eine medizinische Behandlung abzulehnen, muss gestärkt werden, aber die Tötung auf Verlangen darf in Europa nicht weiter Einzug halten. Diese Position des Gatterer-Berichtes ist eine ausgezeichnete Grundlage für die Diskussion in den Mitgliedstaaten“, so der Mediziner und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bioethik der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament Dr. Peter Liese.

Der vom Schweizer Liberalen Marty vorgelegte neue Bericht versucht diese Position nun abzuändern. Dazu Liese „Der Marty-Bericht geht in eine gefährliche Richtung. Die Tötung von Patienten durch den Arzt soll salonfähig gemacht werden. Dabei zeigt die Erfahrung, dass es einen starken Missbrauch gibt und dass nur schwer zu überprüfen ist, ob die Tötung wirklich auf Willen des Patienten geschieht. Darüber hinaus kann der indirekte Druck, z.B. durch Angehörige, nie wirklich kontrolliert werden.“

Hintergrundinformation: Am Donnerstag, dem 25.03.04 ist in Paris im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Familie der Parlamentarischen Versammlung des Europarates die Abstimmung über den Marty-Bericht geplant. Der Europarat ist von der Europäischen Union zu trennen, kümmert sich vor allem um das Thema Menschenrechte und hat im Gegensatz zum Europäischen Parlament mehr als 45 Mitgliedstaaten. Er ist formal von der Europäischen Union zu unterscheiden. Die EVP-Fraktion im Europarat steht jedoch in enger Verbindung mit der EVP/ED-Fraktion im Europäischen Parlament.

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