Niemand kann Abgeordneten Gewissensentscheidung abnehmen

Der Deutsche Ethikrat ist in der Frage der Zulassung von Präimplantationsdiagnostik tief gespalten. Dies wurde bei der Vorstellung des entsprechenden Papiers heute deutlich. Dreizehn Mitglieder des Gremiums sprechen sich für eine begrenzte Zulassung aus, elf Mitglieder lehnen die PID grundsätzlich ab, ein Mitglied hat in einem Sondervotum keine von beiden Möglichkeiten unterstützt. Das Votum überrascht, da sich der Nationale Ethikrat, ein Vorgänger des Deutschen Ethikrates, in der Vergangenheit oft mit großer Mehrheit für liberale Positionen ausgesprochen hat.

Die Stellungnahme zeigt, dass die Abgeordneten an einer persönlichen Gewissensentscheidung nicht vorbei kommen. Es ist aus meiner Sicht völlig unklar, welche der drei im Bundestag vorgelegten Anträge die Mehrheit erzielt. Aus meiner Sicht spricht alles für ein umfassendes Verbot. Auch die Stellungnahme des deutschen Ethikrates zeigt, wie schwierig es ist die viel besprochenen engen Grenzen konkret zu definieren. Wir sollten uns auf Alternativen zu PID konzentrieren, vor allem auf die Polkörperchendiagnostik und die Unterstützung von Menschen mit Behinderung und ihren Familien.

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