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EU kann Bürger durch schnelles Handeln positiv überraschen / Bedenken von Wissenschaftlern ernst nehmen


„Die Europäische Kommission hat uns alle durch ihr schnelles und entschlossenes Handeln positiv überrascht. Europaparlament und Ministerrat sollten jetzt folgen und den Vorschlag, so wie er vorgelegt wurde, kurzfristig annehmen.“ Dies erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) Dr. med. Peter Liese anlässlich der Vorstellung des Kommissionsvorschlags zur Abschaffung der Zeitumstellung am Freitag.

Die Europäische Kommission schlägt vor mit Wirkung vom April nächsten Jahres die Zeitumstellung in ganz Europa endgültig abzuschaffen. Die Mitgliedsstaaten können dann entscheiden, ob sie zur ganzjährigen Normalzeit (Winterzeit) oder zur ganzjährigen Sommerzeit übergehen. „Die Frage, welche Zeit in Zukunft dauerhaft gilt, kann aus rechtlichen Gründen nicht in der EU entschieden werden und sie muss es auch nicht. Schon heute hat Portugal eine andere Zeit als Spanien und Finnland eine andere Zeit als Schweden. Daher wäre es auch keine Katastrophe, wenn Deutschland eine andere Zeit als Frankreich hätte. Wünschenswert wäre aber, dass sich die Nachbarländer abstimmen. Es wäre ungünstig, wenn jemand, der von Norddeutschland über die Niederlande und Belgien nach Frankreich reist, zwischendurch dreimal die Uhr umstellen muss. Aber der Vorschlag der Kommission ist auf jeden Fall unterstützenswert. Nicht nur die Online-Konsultation der Europäischen Kommission, sondern auch viele repräsentative Umfragen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Zeitumstellung ablehnen. Sie bringt keine Vorteile, aber für viele Menschen gesundheitliche Einschränkungen und für viele Unternehmen technische Probleme. Die EU darf den Staaten nicht etwas aufzwingen, was keine Vorteile, sondern Nachteile hat,“ erklärte der Mediziner.


Die Bedenken von Wissenschaftlern gegen eine dauerhafte Sommerzeit nimmt Liese sehr ernst: „Viele Menschen wollen, dass in Zukunft dauerhaft die Sommerzeit gilt. Aber ich glaube, darüber müssen wir noch ein bisschen intensiver diskutieren, denn wenn es insbesondere in der Übergangszeit im Oktober/November und im Februar/März noch länger morgens dunkel ist, bringt dies eventuell gesundheitliche Probleme mit sich,“ so Liese.

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