Klimaschutz in Europa Thema Nr. 1 / Peter Liese im Gespräch mit Fridays for Future Siegen

„Das Engagement der jungen Menschen, auch in unserer Region, ändert etwas“, dies sagte Peter Liese nach einem Gespräch mit Lorenz van Overloop von Fridays for Future in Siegen. „Das so viele, vor allem junge Menschen, sich in den letzten Monaten für den Klimaschutz engagiert haben, gibt dem Thema gerade in der Europäischen Union, einen ganz wichtigen Schub“, betonte Peter Liese, der sich seit Jahren für den Klimaschutz einsetzt, nach eigenen Aussagen aber in der Vergangenheit oft wenig Rückenwind verspürt hat.

„Ich habe noch nie erlebt, dass sich bei einem wichtigen Thema so schnell so viel geändert hat“, so Liese. Er wies darauf hin, dass die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als erste Amtshandlung einen sogenannten „Green Deal“ vorgeschlagen hat. Europa soll der erste Kontinent sein, der klimaneutral ist. Dieses Ziel soll bis 2050 erreicht werden und schon kurzfristig gesetzlich festgeschrieben werden. Das europäische Klimaziel soll von 40 % Reduktion gegenüber 1990, auf mindestens 50 % angehoben werden. Der Luft- und Seeverkehr, der bisher wenig oder nicht zum Klimaschutz beiträgt, soll sich stärker engagieren. Insbesondere dieser Punkt ist Peter Liese sehr wichtig. „Es kann nicht sein, dass es für einen Kegelclub oder eine Familie in Duisburg günstiger ist nach Mallorca zu fliegen, als im Sauerland oder Siegerland ein Kurzurlaub mit Bahn oder Bus zu verbringen“, so Liese.


Die Forderung, das umweltfreundliche Verkehrsträger günstiger werden müssen und fliegen teurer, war Peter Liese von vielen Jugendlichen aus der Region immer wieder vorgetragen worden. Die Europäische Union arbeitet jetzt konkret an diesem Ziel.

Bei all den Maßnahmen legt Liese aber Wert darauf, dass wir die wirtschaftliche Entwicklung Europas und speziell der Region Südwestfalen nicht aus dem Auge verlieren. „Ich glaube das man ambitionierte Klimaschutzziele erreichen kann, ohne Arbeitsplätze und Wachstum zu verlieren. Die Europäische Kommission hat sogar vorgerechnet, dass man zusätzliches Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätte schaffen kann. Dafür müssen wir aber mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Im Siegerland zum Beispiel, ist die Stahlindustrie besonders wichtig. CO2-freie Stahlproduktion ist eine große Herausforderung, bei der wir der Wirtschaft Hilfe zukommen lassen und sie gegen unlauteren Wettbewerb schützen müssen. Denn wenn wir am Ende zwar klimaneutral sind, aber keine Industrie mehr haben, sind wir kein gutes Vorbild für andere große Emittenten wie zum Beispiel China und Indien“, so Liese.

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