Hochrangige Experten diskutieren auf Einladung von Peter Liese im St. Elisabeth Hospital Iserlohn

Auf Einladung des südwestfälischen CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese fand am vergangenen Freitag im St. Elisabeth Hospital eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema Antibiotikaresistenzen statt, welches zunehmend öffentlich diskutiert wird. Peter Liese, ausgebildeter Arzt und gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion (EVP-Christdemokraten) im Europäischen Parlament, versammelte in Iserlohn vor zahlreichen Interessierten eine hochkarätige Expertenrunde und warnte in seinem Begrüßungsstatement eindringlich davor, dass herkömmliche Antibiotika zukünftig ihre Wirkung verlieren könnten. "Die Gefahr ist real und nicht übertrieben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europäischen Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) sterben in Europa jährlich 25.000 Menschen weil sie an Keimen leiden, gegen die kein herkömmliches Antibiotikum mehr wirkt. Hier besteht akuter Handlungsbedarf, sonst könnten wir irgendwann in eine Phase geraten, in der Antibiotika insgesamt nicht mehr wirken. Dies wäre dann so wie vor 100 Jahren, als es noch keine Antibiotika gab", so Liese.

Der heimische CDU-Europaabgeordnete legte jedoch Wert darauf, dass sich Landwirte, Human- und Veterinärmedizin nicht gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben dürften, sondern nur ein ganzheitlicher Ansatz Erfolg bringen würde. Wichtig sei, dass man das Thema über Grenzen hinweg behandelt. "Angela Merkel hat das Thema zu Recht auf die Tagesordnung des G7-Gipfels gesetzt. In der Europäischen Union können wir konkrete, grenzüberschreitende Gesetze machen. Dies ist aus Gründen des Gesundheitsschutzes unabdingbar und dient auch dazu, Wettbewerbsgleichheit für die deutsche Landwirtschaft zu schaffen."

Maria Flachsbarth (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium und als gelernte Tierärztin schon von Haus aus Expertin, berichtete über Initiativen der Bundesregierung, die gemeinsam mit den Landwirten den Einsatz von Antibiotika im Veterinärbereich in den letzten Jahren in Deutschland deutlich senken konnten. Sie kündigte gemeinsam mit Peter Liese weitere Initiativen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene an, um diesen Trend weiter zu verstärken. Auch im Veterinärbereich sei man zum Wohle des Tierschutzes dringend auf wirksame Antibiotika angewiesen. "Das scharfe Schwert darf daher nicht stumpf werden", resümierte Flachsbarth.


Für den Bereich der Humanmedizin referierten der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, und der Vorsitzende der Ärztekammer Westfalen-Lippe Dr. Theo Windhorst. Beide erinnerten eindringlich, welchen Stellenwert Antibiotika heute für die Medizin hätten und warnten davor, dass  man diese Therapiemöglichkeit nicht verspielen dürfe. Ansonsten könne man zukünftig auch wieder an einer Lungenentzündung sterben. Beide mahnten daher die konsequente Einhaltung hygienischer Standards sowohl im Krankenhaus als auch im Alltag an und warnten vor übertriebener Verschreibung und vor falschem Einsatz von Antibiotika. Nicht nur Patienten sondern auch Ärzte müssten daher besser geschult und über die Gefahren aufgeklärt werden. "Freiheit gibt es nur mit Verantwortung", so Dr. Windhorst. Dieser Verantwortung müssten alle gerecht werden.

Auf dem Podium vertreten war außerdem Dr. Bernhard Schlindwein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, der die Sicht der heimischen Landwirte darlegte, sowie Daniel Heinz von der Interessengemeinschaft Meschede-Schederberge, die sich gegen einen Putenmastbetrieb direkt in ihrem Ort wenden.

Aufgrund der zahlreichen Fragen und der spannenden Diskussion endete die Veranstaltung erst um 21.30 Uhr anstatt wie geplant um 20.30 Uhr. Am Ende des Abends waren sich alle Referenten und Gäste einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht und eine Lösung nur gemeinsam gefunden werden könne.

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