Peter Liese im Gespräch Vertretern des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe


„Die Apotheke vor Ort leistet einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung und darf deshalb im Wettbewerb auf keinen Fall schlechter gestellt werden als ausländische Versandhandels-Apotheken“, dies betonte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP - Christdemokraten) Dr. med. Peter Liese bei einem Gespräch mit Vertretern des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Diese Versorgungsstruktur sehen die Apotheker allerdings derzeit aufs Spiel gesetzt, wie Thomas Rochell, Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), deutlich machte. „Wir befürchten einen Flächenbrand im Gesundheitssystem“, so Rochell.

Bei dem Gespräch ging es u.a. um ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes von Oktober 2016, durch dieses die ausländischen Versandhändler von der Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel freigesprochen wurden. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe möchte die Preisbindung zumindest teilweise wiederherstellen und damit Apotheken stärken. Dass die Apotheken vor Ort für diese Versorgung unerlässlich sind, vermittelte Filialleiterin Kathrin Klewer-Scherer dem EU-Abgeordneten bei einem Rundgang durch die Apotheke. Nacht- und Notdienste, Rezepturherstellungen, Medikationsanalysen, Beratung bei Lieferengpässen oder wenn die Krankenkasse einen neuen Rabattvertrag für ihre Versicherten mit einem anderen Hersteller abgeschlossen hat: All das leisten nach Überzeugung von Kathrin Klewer-Scherer nur die Vor-Ort-Apotheken. Wenn die Patienten nicht mehr gut zu Fuß sind, dann machen ihre Kolleginnen Hausbesuche, um Stützstrümpfe anzupassen, schildert sie nur eine von vielen Dienstleistungen aus dem Alltag, die Apotheken unentgeltlich übernehmen. „Ich tu das gern. Ich liebe den Kontakt zu den Patienten auf dem Land. Aber wir brauchen dafür auch die richtigen Bedingungen“, fügte sie hinzu.


„Für die Patientensicherheit halte ich es richtig, dass die Mitgliedsstaaten verschreibungspflichtige Arzneimittel vom Preiswettbewerb und Versandhandel ausnehmen können“, kritisierte Liese die Ungleichbehandlung von Vor-Ort-Apotheken und ausländischen Versender. „Die Apotheke vor Ort ist unverzichtbar.“

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