Konkrete Aktionen im Bereich Forschung, Datenaustausch und Arzneimittelrecht notwendig

„Beim Kampf gegen den Krebs gibt es einen eindeutigen europäischen Mehrwert. Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir zusammenarbeiten“, dies erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) Dr. med. Peter Liese im Vorfeld einer großen Konferenz zum Thema Krebsbekämpfung in der Europäischen Union. Am kommenden Dienstag, 4. Februar, wird unter Teilnahme von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides im Europäischen Parlament die öffentliche Konsultation für den Aktionsplan zur Krebsbekämpfung in der EU eröffnet.
„Jeder weiß, wie schrecklich die Krankheit ist, weil praktisch jeder im Freundes- oder Familienkreis erlebt hat, wie jemand an Krebs erkrankt oder sogar daran stirbt. Das gilt auch für die meisten EU-Politiker.

In Gesprächen mit Wissenschaftlern und anderen Fachleuten wurde uns immer wieder versichert, wie wichtig die europäische Zusammenarbeit ist. Das gilt für seltene Krebsarten sowie insbesondere Krebs bei Kindern. Aber das gilt auch für die Krebsforschung und Behandlung insgesamt, denn durch die personalisierte Medizin werden auch Krebsarten, die eigentlich häufig sind, in viele Unterarten eingeteilt, um die jeweils optimale Therapie zu finden“, so der Arzt und Europaabgeordnete.


Als konkrete Maßnahmen schlägt Liese unter anderem folgendes vor:
„Erstens, wir müssen die Bekämpfung von Krebs zu einem der zentralen Anliegen der europäischen Forschungspolitik machen. Im Grundsatz ist diese Entscheidung schon gefallen, jetzt geht es um eine angemessene Ausstattung des Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe.

Zweitens, wir müssen die Möglichkeiten der Telemedizin und des Datenaustausches besser gemeinsam nutzen. Es ist richtig, dass viele Mitgliedstaaten und in Deutschland viele Bundesländer, Krebsregister aufbauen, aber diese müssen besser kommunizieren, damit man die richtigen Konsequenzen für die aktuellen und zukünftigen Patienten ziehen kann.

Drittens, wir brauchen gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Pharmaindustrien dazu motivieren, wirkliche Innovationen auf den Markt zu bringen. Im Moment gibt es zwar viele neue Medikamente, nur wenige davon bringen aber substantielle Fortschritte in der Therapie“. Auf Anregung der Christdemokraten wird das Europäische Parlament den Aktionsplan Krebs in einem Sonderausschuss begleiten.



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