Corona-Apps sollen über die EU-Grenzen hinweg funktionieren / Interoperabilität der Systeme besonderes in der Urlaubszeit unverzichtbar um Freizügigkeit zu gewährleisten

Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung mit kurzfristigen Maßnahmen vorgelegt, um schneller und besser auf weitere Corona-Ausbrüche vorbereitet zu sein und um so weitere Lockdowns vermeiden zu können. Im Rahmen dieser Mitteilung wurde auch eine konkrete Regelung auf den Weg gebracht, um die Interoperabilität der verschiedenen europäischen Corona-Warnapps über die jeweiligen Ländergrenzen hinweg zu gewährleisten.  

Der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese, begrüßte den Vorschlag nachdrücklich. „Um weitere Lockdowns zu verhindern ist der Einsatz moderner Technologie wie die Corona-App von enormer Bedeutung. Das tückische an der Krankheit ist, dass viele Menschen diese übertragen, ohne irgendwelche Symptome zu zeigen. Mit unserer traditionellen Methode, Kontaktpersonen zu identifizieren und zu versuchen, sie auf regulärem Wege zu informieren und warnen, können wir weitere, starke Ausbrüche nicht wirksam kontrollieren und eingrenzen. Deshalb ist eine App, die jeden warnt, der Kontakt mit einer infizierten Person hatte, extrem wichtig. Dass die Kommission nun auch sicherstellen will, dass die verschieden nationalen Apps miteinander kompatibel sind, ist überfällig. Interoperabilität ist von entscheidender Bedeutung um auch bei weiteren Corona-Ausbrüchen die Freizügigkeit in der gesamten EU aufrechtzuerhalten“, so der Arzt und Europaabgeordnete.

Schon heute seien 10 verschiedene Warnapps verfügbar und es wird erwartet, dass in naher Zukunft 10 weitere hinzukommen. Liese wies in diesem Zusammenhang auf seine eigenen Erfahrungen bei seiner Arbeit in Brüssel hin. „Selbstverständlich nutze ich die Corona-Warnapp. Wenn ich jedoch in Brüssel Kontakt mit einer infizierten Person hatte, werde ich durch meine deutsche App nicht gewarnt. Gleiches gilt für Touristen und Einheimische im Ausland. Das ist nicht verantwortbar und es ist höchste Zeit, dass die Kommission hier tätig wird“, so Liese.

Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Abwehrbereitschaft zielen unter anderem auf eine Erhöhung der Testkapazität, einer ausreichenden Versorgung von persönlicher Schutzausrüstung und dem besseren Schutz der Hochrisikogruppen ab.

„Gemeinsam konnten wir die schwere Krise in den Griff bekommen, aber das Virus ist noch da und die Gefahr real. Wir müssen für weitere Ausbrüche und den Schutz unserer Bürger vorbereitet sein. Die Kommission tut ihr möglichstes um die Mitgliedstaaten besser zu koordinieren und sie besser auf weitere Ausbrüche vorzubereiten“, so Liese.

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