Empfehlung vor allem für immungeschwächte Personen

Allgemeine Impfbereitschaft in Deutschland unbedingt erhöhen

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat heute eine dritte Impfung gegen das Coronavirus für die Impfstoffe von BioNTech und Moderna empfohlen. Eine Drittimpfung, beziehungsweise eine Booster-Impfung, ist vor allen Dingen für immungeschwächte Personen notwendig, da sie durch die erste Impfung nicht ausreichend geschützt sind. Sie soll frühestens 28 Tage nach der zweiten Impfung verabreicht werden. Bei Personen über 18 Jahren mit einem gesunden Immunsystem soll diese Boosterimpfung frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung durchgeführt werden. Darauf machte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese, aufmerksam.

„Der Nutzen einer Drittimpfung wird insbesondere für Immungeschwächte erwartet, da diese Personen auch nach der zweiten Impfung nicht optimal geschützt sind und die Impfwirkung nach einiger Zeit nachlässt. Es ist daher sinnvoll, gerade dieser Personengruppe zeitnah in ganz Europa eine Auffrischungsimpfung anzubieten. Die zweite Impfung führt grob gesprochen dazu, dass sich das Infektionsrisiko von 80-jährigen auf das Risiko von 50-jährigen reduziert. Mit der dritten Impfung werden die 80-jährigen dann noch ein Stück jünger im übertragenen Sinne. Das heißt das Risiko an Covid-19 zu versterben wird sehr stark minimiert.“

Liese mahnte bei der Diskussion um die 3. Impfung jedoch an, dass die Impfquote in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern noch viel zu gering ist, um gelassen in die nächsten Monate, insbesondere in den Winter, zu gehen. „Wir dürfen bei der wichtigen Diskussion um die Auffrischungsimpfung nicht vergessen, dass immer noch ein Drittel der Bevölkerung, darunter viele über 16 für die die Impfung schon seit Ende letzten Jahres zugelassen ist und empfohlen wird, nicht geimpft ist. Wir müssen deshalb weiterhin gemeinsam alles tun, um die Menschen vom Nutzen der Impfung zu überzeugen und niedrigschwellige Angebote zu machen. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass Geimpfte medizinisch gerechtfertigte Vorteile genießen sollten. In möglichst vielen Bereichen sollte bei Einhaltung der 2G Regeln vollständige Normalität herrschen. Insbesondere plädiere ich dafür, jungen Menschen unter 30 schon jetzt zuzusagen, dass sie, falls sie sich impfen lassen, auch im kommenden Winter bei steigenden Inzidenzzahlen keine Einschränkungen mehr ertragen müssen. Für geimpfte junge Menschen ist das Risiko schwer an Corona zu erkranken so verschwindend gering, dass sie keine Gefahr haben auf der Intensivstation zu landen. Kollegen, die auf Corona-Intensivstationen in Deutschland und in Nachbarländern arbeiten, berichten allerdings, dass dort sehr viele ungeimpfte Menschen behandelt werden. Die Impfung schützt vor allem den Geimpften, aber auch die Mitmenschen und ist der Schlüssel zur Normalität“, so Liese.

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