Peter Liese macht mit seiner Fraktion im Europäischen Parlament den Kampf gegen Krebs zur Priorität / EU-Engagement besonders bei Kinderkrebs wichtig
 

Die größte Fraktion im Europäischen Parlament (EVP Christdemokraten) macht den Kampf gegen Krebs zu ihrer Priorität. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass in 20 Jahren niemand mehr in Europa an dieser schrecklichen Krankheit sterben muss“, erläuterte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion Dr. med. Peter Liese am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Zwar seien viele Bereiche der Gesundheitspolitik, wie zum Beispiel die Organisation der Krankenhäuser oder die Frage, welche Therapie finanziert wird, Aufgabe der Mitgliedstaaten. „Aber Europa kann einen Beitrag leisten“, so Liese. In einem Strategiepapier verpflichtet sich die größte Fraktion, alles in ihrer Kraft stehende zu tun, um das Ziel zu erreichen. Bei der Erstellung des Papiers hat Peter Liese auch mit Experten aus der Region, wie zum Beispiel dem Gründungsdekan der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen, Professor Jaap Verweij , zusammengearbeitet. Verweij gilt als einer der führenden Krebsforscher in Europa. In dem Papier werden zwölf konkrete Punkte angesprochen. Das Budget der Europäischen Union für Krebsforschung soll von jetzt 200 Millionen pro Jahr auf 400 Millionen pro Jahr verdoppelt werden. Wichtig ist nach Ansicht der christdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament auch eine zügige Umsetzung des Kommissionsvorschlags zur Bewertung von Gesundheitstechnologien, der in Deutschland sehr kritisch diskutiert wird.

„Der Vorschlag der Kommission muss verbessert werden - die Grundsatzkritik, die in Berlin geäußert wird, halte ich aber für nicht zielführend. Wir können durch europäische Kooperation in diesem Bereich die Ressourcen effizienter nutzen und durch Zusammenarbeit der Europäischen Arzneimittelagentur mit den nationalen Organisation wie IQWIG können die Aktivitäten der pharmazeutischen Industrie in eine für den Patienten bessere Richtung gesteuert werden. Wir brauchen weniger sogenannte Me-too-Präparate, die keine Verbesserung für die Patienten bringen und stattdessen mehr wirkliche therapeutische Innovationen“, so Liese. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Fraktion auf die Behandlung von Krebs bei Kindern. „Europäische Kooperation ist bei der Erforschung und Bekämpfung von Krebs aus vielen Gründen wichtig, bei Kindern ist sie unverzichtbar. Glücklicherweise erkranken Kinder nicht sehr häufig an Krebs. Wenn es aber dann doch passiert, ist es ein besonders schlimmes Schicksal für die Familie. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen kann sinnvolle Forschung und spezialisierte Therapie nur mithilfe europäischer Kooperation gelingen“, erläuterte der heimische Abgeordnete, der als Arzt selbst in der Kinderklinik in Paderborn gearbeitet hat.

Professor Eggert, Direktorin der Klinik für Pädiatrie m.S. Onkologie und Hämatologie von der Charité in Berlin ergänzte abschließend: „Durch geringe Aktivität der Pharmaindustrie im Gebiet kindlicher Krebserkrankungen sind wir umso mehr auf innovative akademische Forschung angewiesen, die von öffentlichen Geldgebern finanziert werden muss. Diese Gelder sind gut investiert, denn bei keiner Patientengruppe führt eine Heilung zu so vielen gewonnenen Lebensjahren. Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft und wir schulden es ihnen, möglichst viel in ihre Gesundheit zu investieren.“

Strategiepapier: http://www.eppgroup.eu/our-priority/EU-can-help-to-heal-cancer%3A-Nobody-to-die-of-cancer-in-20-years%E2%80%99-time