Wir unterstützen Prioritäten der deutschen Ratspräsidentschaft, wollen aber auch langfristige Visionen für bessere Zusammenarbeit aufzeigen

Das Europäische Parlament fordert eine sehr viel stärkere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei Gesundheitsfragen. Die größten Fraktionen im Parlament einigten sich auf einen entsprechenden Resolutionsantrag, der Freitag angenommen werden soll. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir viel stärker zusammenarbeiten müssen. So wie das Virus kennen auch viele andere Gesundheitsgefahren keine Grenzen, deswegen muss die Politik auch stärker gemeinsam über Grenzen hinweg handeln“, so der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP/Christdemokraten) Dr. Peter Liese.

Die Abgeordneten unterstützen mit großer Mehrheit die vier Prioritäten, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag in einer Videokonferenz mit den Abgeordneten für die deutsche Ratspräsidentschaft skizziert hat.

  1. Eine bessere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Seuchen u.a. durch eine Stärkung des Europäischen Zentrums für Seuchenbekämpfung (ECDC).
  2. Eine stärkere Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten und eine Stärkung der langfristigen Infrastruktur nach dem Modell der amerikanischen BARDA.
  3.  Die Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Telemedizin (e-health) und die bessere Kompatibilität der entsprechenden nationalen Systeme.
  4. Konkret Maßnahmen zur Vermeidung von Engpässen bei Arzneimitteln und anderen wichtigen Produkten wie Masken.

Bürgerhandbuch 9. Wahlperiode 2019-2024

Im Bürgerhandbuch sind die Lebensläufe aller 96 deutschen Europaabgeordneten mit Kontaktdaten und ihren Tätigkeiten und Amtsfunktionen aufgeführt.
Außerdem enthält es einen kurzen Überblick über das Europäische Parlament, das Gesetzgebungsverfahren sowie Links zur weiteren Recherche im Internet.

Untenstehend finden Sie das Bürgerhandbuch zum Download.

Herausgeber:
Europäisches Parlament, Verbindungsbüro in Deutschland
Stand 14.02.2020, 1. Auflage
Broschüre, 136 Seiten

Buergerhandbuch_2020 (pdf 3049KB)

Versorgung der Patienten in Europa und weltweit sicherstellen / Zusammenarbeit und Dialog - notfalls aber auch Plan B

"Das erste Medikament zur Behandlung von Covid-19 ist seit heute in Europa offiziell zugelassen. Die Europäische Kommission erteilte eine bedingte Marktzulassung für das Antivirusmittel Remdesivir den europäischen Markt". Darauf machte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese aufmerksam. Eine bedingte Marktzulassung bedeutet, dass das Medikament nach Einschätzung der Experten wahrscheinlich wirksam und nebenwirkungsarm ist, dass aber während der Behandlung weiterhin genau untersucht werden muss, ob diese Annahme stimmt. Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Remdesivir besser belegen zu können, muss das Unternehmen die Abschlussberichte der Remdesivir-Studien bis Dezember diesen Jahres bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) einreichen.

Die Daten zu Remdesivir wurden in einer außergewöhnlich kurzen Zeitspanne durch eine so genannte „rolling review“ bewertet, ein Ansatz, den die EMA bei Notfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit anwendet, um die Daten zu bewerten, sobald sie verfügbar sind. "Die Krisenmechanismen für eine schnelle und trotzdem sichere bedingte Zulassung von Medikamenten in außergewöhnlichen Krisen wie dieser sind ein sehr wichtiges Instrument. Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass Remdesivir den Krankheitsverlauf abmildert, vielleicht sogar die Todesrate absenken kann und dass die Nebenwirkungen vertretbar sind", so der Arzt und die Europaabgeordnete.

Wir setzen auf Dialog und Zusammenarbeit, haben auch aber einen Plan B

„Wir Christdemokraten im Europäischen Parlament werden alle notwendigen Anstrengungen unternehmen, um den europäischen Patienten Zugang zu Medikamenten gegen Coviod-19 zu ermöglichen." Dies sagte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. med. Peter Liese nach der Annahme eines Positionspapiers zur EU-Gesundheitspolitik in der heutigen EVP-Fraktionssitzung. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die US-Regierung nahezu alle Bestände des Medikaments Remdesivir aufgekauft hat. Remdesivir wurde erst kürzlich von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für eine bedingte Marktzulassung gegen Covod-19 empfohlen.

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